Deutscher Gewerkschaftsbund

28.01.2015
NRW 2020

Auftakt-Veranstaltung vereint Akteure hinter Ziel von 500.000 neuen Jobs für NRW

Wissenschaft, Gewerkschaften, Zivilgesellschaft und Politik diskutieren über nachhaltige Entwicklung in NRW

Der DGB NRW und seine Gewerkschaften haben ein klares Ziel ins Auge gefasst: 500.000 neue sozial-versicherte Arbeitsplätze bis 2020 in Nordrhein-Westfalen. "Das ist der Schlüssel für eine positive Entwicklung mit mehr Lebensqualität und Chancengleichheit in unserem Land", machte der Vorsitzende des DGB NRW Andreas Meyer-Lauber klar. Wie dieses Ziel verwirklicht werden kann, skizziert der DGB NRW in seinem Memorandum NRW 2020: Gute Arbeit – Nachhaltige Entwicklung, das am 26. Januar 2015 vorgestellt wurde. Schon die Auftakt-Veranstaltung machte deutlich: Hier sind Dialog und ein Zusammen-Arbeiten über tradierte Grenzen hinweg gefragt. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie 15 Referentinnen und Referenten aus Politik, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft kamen in die Villa Horion.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler skizzieren Herausforderungen

Ein wissenschaftlicher Beirat hatte den DGB bei der Erstellung des Memorandums beraten und wird den Prozess kontinuierlich begleiten. So stellten Dr. Claudia Weinkopf (Institut Arbeit und Qualifikation), Professor Gustav Horn (Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung), Jürgen Nordhause-Janz (Institut Arbeit und Technik) und Professor Peter Hennicke (Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie) die Herausforderungen vor, die NRW bis 2020 bewältigen muss. Themen waren dabei:

Gewerkschaften werden grüner

Um auf solche Herausforderungen zu reagieren, sind auch die Gewerkschaften in Bewegung. So stellte Andreas Meyer-Lauber fest: "Die Gewerkschaften werden grüner und offensiver." Sie fordern mehr private und öffentliche Investitionen. Denn nur so können Innovationen geschaffen werden, die nötig sind, um künftig erfolgreich zu sein.

Duin: "Investitionen sind notwendig."

"Fortschritt ist nicht nur technischer Fortschritt; wir brauchen sozialen und gesellschaftlichen Fortschritt", zeichnete NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin in seiner Rede den weitreichenden Wandel nach. Wie Meyer-Lauber betonte auch er: "Sparen ist kein politischer Selbstzweck. Investitionen sind notwendig. Wir müssen den finanziellen Spielraum des Bundes für Investitionen in Infrastruktur und für die Entlastung der Kommunen nutzen. Wir brauchen eine Willkommenskultur für Auslandsinvestitionen."

Landespolitik über Partei-Grenzen hinweg für 500.000 neue Arbeitsplätze

Über Strategien, Wege, Lösungen diskutierten Lutz Lienenkämper (CDU), Dr. Joachim Paul (Piraten), Reiner Priggen (Grüne), Rainer Schmeltzer (SPD) und Ralf Witzel (FDP). Die Vertreter der Landespolitik teilten das Ziel, bis 2020 für 500.000 Menschen neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu erreichen, sahen aber dorthin unterschiedliche Wege.

Giesler wünscht Gewerkschaften und Politik mehr Mut

In einer weiteren Diskussionsrunde trafen Knut Giesler (IG Metall NRW), Petra Kronen (Betriebsrat Bayer AG), Johannes Pöttering (Unternehmer NRW) und Josef Tumbrinck (NABU NRW) aufeinander. Giesler wünschte den Gewerkschaften und der Politik mehr Mut, den nicht immer einfachen, aber wichtigen Weg zu einer sozialen und ökologisch nachhaltigen Wirtschaftspolitik konsequent zu gehen. Tumbrinck erläuterte, dass hierfür auch Allianzen außerhalb des politischen Raums nötig seien: "Wir müssen die Politik über die Wahl hinaus begleiten." Dass Innovation auch eine Frage der gut ausgebildeten und beteiligten Fachkräfte im Betrieb sei, erklärte Kronen: "Entwicklung findet auch im Kleinen statt. Wir brauchen die Spitze und Breite." Eine offensive Mitbestimmung und gute Bildung seien auf einem erfolgreichen Weg in die Zukunft unerlässlich.

 


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