Deutscher Gewerkschaftsbund

18.09.2015
Siegfried Dörr, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Rhein-Erft, erklärt, warum er für den DGB ehrenamtlich aktiv ist

Siegfried Dörr: "Wenn man nichts tut, passiert nichts"

Siegfried Dörr, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Rhein-Erft

Siegfried Dörr, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Rhein-Erft DGB NRW

"Ich komme ursprünglich aus der Gegend des Tagebaus Garzweiler. Anfang der 90er wurde die Frage diskutiert, wie es mit Garzweiler II weitergeht. Deshalb sind wir ziemlich oft auf die Straße gegangen und haben für die Genehmigung zum Tagebau Garzweiler II demonstriert. Es hat mich überzeugt, wie die Gewerkschaft sich für den Erhalt eingesetzt hat. Dass man etwas nicht einfach so hinnimmt, sondern sich auch gegen den Staat positioniert. Mir war damals klar, da müssen wir uns wehren. Wenn man nichts tut, passiert nichts. Deshalb habe ich mich dann wieder stärker in der IG BCE und beim DGB engagiert. Auch in den aktuellen Konflikten rund um den Tagebau stehe ich mit Rat und Tat zur Seite.

Rhein-Erft-Kreis von Braunkohle abhängig

Der Rhein-Erft-Kreis hat in der Vergangenheit immer von der Braunkohle und der Energiewirtschaft gelebt und wird auch in Zukunft davon leben müssen. Davon sind wir abhängig. Ich bin keiner, der versucht, die erneuerbaren Energien zu blocken. Wir müssen damit leben; die kommen. Das ist auch die Zukunft. Aber es muss eine vernünftige Lösung gefunden werden. Man kann nicht, nur noch das eine nutzen und das andere wegwerfen. Das geht nicht. Es muss ein Kompromiss gefunden werden und dafür setze ich mich ein. Im Moment unterstütze ich Guido Van den Berg mit seiner Kampagne ‚Die Kohlen aus dem Feuer holen‘. Ziel ist es, dass man die Braunkohle als Rohstoff für die chemische Industrie nutzt. Das finde ich eine gute Sache. Denn das hat auch eine Zukunft. Das bedeutet, dass man noch weiter die Braunkohle hier in unserem Revier fördern muss. Die brauchen wir, unabhängig vom Erdöl und importierter Energie.

"Das Tolle an meinem Engagement beim DGB ist, dass ich über den Tellerrand schauen kann."

Überall, wo ich bin, thematisiere ich diese Idee, zum Beispiel auch, wenn ich Veranstaltungen für den DGB mache. Das Tolle an meinem Engagement beim DGB ist, dass ich über den Tellerrand schauen kann. Mich interessieren auch die Probleme, die die Metaller haben, was die NGG beschäftigt. Der Mindestlohn interessiert mich unheimlich – und das nicht nur aus Sicht der IG BCE, sondern auch aus anderen Sichtweisen. Der DGB ist ja auf der politischen Schiene aktiv. Und das ist genau das, was mich interessiert und mir als Ehrenamt Spaß macht. Ich knüpfe Kontakte zu Kommunalpolitikern vor Ort, egal aus welcher Partei sie kommen. Ich selbst bin SPD-Mitglied. Auch in der Partei engagiere ich mich dafür, dass die Stimme der Arbeitnehmer nicht überhört wird.

Seit 2013 wieder 1.-Mai-Veranstaltung im Rhein-Erft-Kreis

Für den DGB-Kreisverband organisiere ich seit 2013 wieder eine 1.-Mai-Veranstaltung. Mehr als zehn Jahre lang gab es im ganzen Rhein-Erft-Kreis keine Veranstaltung. Die letzten zwei Jahre konnten wir jetzt wieder eine auf die Beine stellen. Das ist sehr gut angekommen."

Siegfried Dörr, freigestellter Schwerbehindertenvertreter bei RWE und gelernter Fernmeldehandwerker, ist seit 2012 Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Rhein-Erft. Der 59-Jährige ist schon seit seiner Ausbildung Gewerkschafter, zunächst bei der Deutschen Postgewerkschaft, heute bei der IG BCE.

In der Serie "Wir haben die Ehre mit..." stellen wir regelmäßig Ehrenamtliche des DGB NRW vor.


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