Deutscher Gewerkschaftsbund

11.04.2018

Warnstreiks im öffentlichen Dienst auch in NRW

Aktuell laufen die Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes bei Bund und Kommunen. Am Verhandlungstisch sitzen die DGB-Gewerkschaften ver.di, GEW, IG BAU und die Gewerkschaft der Polizei. Auf Seiten der Arbeitgeber verhandeln Bund und Kommunen. Nach der zweiten Verhandlungsrunde am 12. und 13. März haben die Arbeitgeber immer noch kein Angebot vorgelegt. Daher sind die Gewerkschaften gezwungen, vor der dritten Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern noch einmal den Druck durch Warnstreiks zu erhöhen.

Kind mit ver.di-Weste bei Demo in Bochum

Wie hier in Bochum riefen die Gewerkschaften u.a. am 20. März 2018 in mehreren NRW-Städten zum Warnstreik im öffentlichen Dienst auf Thomas Range

Unsere Forderungen

  • Entgelterhöhung von 6%, mindestens 200 Euro monatlich
  • Erhöhung der Auszubildendenvergütung und Praktikanten-Entgelte um 100 Euro monatlich
  • Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung
  • Laufzeit 12 Monate
60.000 Beschäftigte in NRW am 10. April im Warnstreik

Alleine am 10. April befanden sich rund 60.000 Beschäftigte des öffentlichen Diensts landesweit im Warnstreik. Zu einer Großkundgebung kamen an diesem Tag rund 18.500 nach Köln. Auch ver.di-Bundesvorsitzender Frank Bsirske sprach zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Bis Freitag (13. April) rufen die Gewerkschaften bundesweit zu weiteren Warnstreiks in zahlreichen Bereichen des öffentlichen Diensts auf.

Fotos vom Warnstreik in Köln am 10. April

Kundgebung in Essen mit mehreren Tausend Demonstranten

Unter dem Motto "Wir sind es wert!" legten schon am 20. März alleine in Essen rund 3.500 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ihre Arbeit nieder. Besonders betroffen waren der öffentliche Nahverkehr sowie weite Teile des öffentlichen Dienstes in städtischen Kitas, den Ganztagsbetrieben der Grundschulen, in der Sparkasse, bei den Stadtwerken, bei der Stadtverwaltung und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Ver.di zog mit vier Protestzügen gegen 9:30 Uhr durch die Innenstadt in Essen. Um 10:30 Uhr begann dann die zentrale Kundgebung auf dem Kennedy-Platz mit mehreren tausend Demonstrantinnen und Demonstranten.

Dirk Hoffman, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Ruhrbahn, freute sich über die Beteiligung der Kolleginnen und Kollegen der Ruhrbahn. Sollten die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst keine Kompromissbereitschaft zeigen, so würden neue Warnstreiks drohen.

Fotos von Warnstreiks in Bochum, Essen und Krefeld am 20. März

Kernforderung: Mindestens 6 Prozent mehr für Beschäftigte im öffentlichen Dienst

Ver.di-Gewerkschaftssektretärin Sabine Morgenroth aus dem Fachbereich Ver- und Entsorgung, stellte im Auftakt der Kundgebung die Forderungen von 6 Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat klar. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen.

DGB-Gewerkschaften am Verhandlungstisch

Die ver.di Jugend betonte die Forderung nach einer Anhebung der Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat, eine unbefristete Übernahme nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung und eine Angleichung der Urlaubstage von Auszubildenden an die der anderen Beschäftigten.

Dirk Achatz, stellvertretebder Vorsitzender des Personalrats der Stadtverwaltung in Essen, hob die Solidarität der Beamtinnen und Beamten in der Essener Stadtverwaltung hervor. Das Rathaus Essen blieb geschlossen.

Der nächste Verhandlungstermin der Tarif- und Besoldungsrunde öffentlicher Dienst Bund und Kommunen findet am 15. und 16. April 2018 in Potsdam statt. Bis dahin wird es in ganz Deutschland Warnstreiks im öffentlichen Dienst geben.

2,6 Millionen Beschäftigte von Tarifvertrag betroffen

Vom Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen (TVöD) sind insgesamt etwa 2,6 Millionen Beschäftigte betroffen: 2,3 Millionen Arbeitnehmer des Bundes und der Kommunen, für die der TVöD direkte Auswirkungen hat, sowie 344.000 Bundesbeamte und Anwärter, auf die der Tarifabschluss übertragen werden soll. Die wirkungsgleiche Übertragung betrifft hier nur die Bundesbeamten, da die Kommunalbeamten nach den jeweiligen Landesgesetzen besoldet werden.


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