Deutscher Gewerkschaftsbund

26.06.2017
Arbeit 2020 in NRW – Die Industrie-Arbeit der Zukunft mitgestalten!

Was bedeutet Arbeit 4.0 für die Region Emscher-Lippe?

Gewerkschaften wollen bei der Digitalisierung nicht nur Zuschauer sein, sondern mitgestalten. Das wurde bei der zweiten Regionalkonferenz des gewerkschaftlichen Gemeinschaftsprojektes "Arbeit 2020 in NRW" von IG Metall NRW, IG BCE Nordrhein, NGG NRW und DGB NRW in Gelsenkirchen wieder deutlich. Eingeladen hatten DGB NRW und DGB Emscher-Lippe gemeinsam mit der Stadt Gelsenkirchen.

Mitglieder aus Interessenvertretungen informieren sich zu Gestaltungsmöglichkeiten der Digitalisierung

Achim Vanselow (DGB NRW) begrüßt die Mitglieder aus Interessenvertretungen zur Veranstaltung Bernd Röttgers, DGB NRW

Gewerkschaften wollen bei der Digitalisierung nicht nur Zuschauer sein, sondern mitgestalten. Das wurde bei der zweiten Regionalkonferenz des gewerkschaftlichen Gemeinschaftsprojektes "Arbeit 2020 in NRW" von IG Metall NRW, IG BCE Nordrhein, NGG NRW und DGB NRW in Gelsenkirchen wieder deutlich. Eingeladen hatten der DGB Emscher-Lippe gemeinsam mit der Stadt Gelsenkirchen.

Was tut sich in unserer Region in Sachen Digitalisierung? Welche Erfahrungen machen Betriebs- und Personalräte bei der fortschreitenden Digitalisierung auf der betrieblichen Ebene? Welche Handlungsmöglichkeiten haben sie, um Entwicklungen im Sinne der Beschäftigten mitzugestalten? Diese Fragen standen im Fokus der Veranstaltung.

Chancen der Digitalisierung für mehr gute Arbeit nutzen

Der Geschäftsführer der DGB-Region Emscher-Lippe, Dr. Josef Hülsdünker, unterstrich in seiner Begrüßung, dass der Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitswelt weit über die Produktionsbereiche hinausweist: "Heute zeichnet sich ab, dass die digitale Transformation technologische, ökonomische und bürokratische Prozesse erfasst und miteinander verwebt." Es geht um viel mehr als Industrie 4.0. So ist offen, wie der künftige Zuschnitt von Ökonomie, Technologie und öffentlicher Daseinsvorsorge unsere Arbeit, aber auch die private Lebenssituation verändern wird. Ziel der Gewerkschaften ist es, die Chancen der Digitalisierung für mehr gute Arbeit zu nutzen.

Ivonne Sachtje von der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststäten (NGG) stellte das Projekt "Arbeit 2020 in NRW" vor und ordnete es in den regionalen Zusammenhang ein. Wie Betriebsräte das Projekt ganz konkret für sich nutzen können, wurde in dem Praxisbeispiel der Firma Herta deutlich, das die Vorsitzende des Betriebsrates, Ruth Welner, erläuterte. Sie wurde dabei unterstützt von Jens Göcking von der Technologieberatungsstelle NRW (TBS NRW). Die Runde wurde komplettiert von Reinhard Röhrig von der IG Metall NRW, der in dem Projekt "Arbeit 2020" mitarbeitet und eigene Erfahrungen beisteuern konnte.

Dr. Tabea Bromberg vom Institut Arbeit und Qualifikation erweiterte in ihrem Vortrag die Perspektive und lieferte einen Aufriss der aktuellen Herausforderungen der Arbeitswelt und möglichen Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Arbeit.

Bromberg, Tabea (06/2017): Arbeit der Zukunft gestalten (PDF, 293 kB)

Dr. Tabea Bromberg vom Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen ging in dieser Präsentation bei einer DGB-Veranstaltung am 23. Juni 2017 in Gelsenkirchen auf den Einfluss von Digitalisierung auf die Arbeitswelt ein. Dabei hob sie auch hervor, wie wichtig die Arbeit von Betriebs- und Personalräten sowie Gewerkschaften in diesem Bereich ist.

E-Government bedeutet, dass digitale Technologien z.B. für die Information, Kommunikation und Transaktion zwischen Behörden, Kommunen, Bürgern und Unternehmen eingesetzt werden. Ein Beispiel ist die elektronische Steuererklärung (ELSTER).

Mit E-Government Prozesse vereinheitlichen

Digitalisierung in der Region – was heißt das eigentlich genau? Das zeigte Thomas Kochmann von der Gelsenkirchener Kommunalen Datenzentrale Emscher-Lippe für den Bereich E-Government. Als Beispiel nutzte Kochmann dabei ein Vorhaben aus der Initiative Umbau 21 – Smart Region, mit dem das Land digitale Projekte in der Emscher-Lippe-Region fördern will. Wird der Förderanstrag im vierten Quartal 2017 bewilligt, könnte ab Januar 2018 die Arbeit an dem "Serviceportal E-Gov 4 Business" starten. Ziel ist es, für Unternehmen die Zusammenarbeit mit Verwaltungen in der Region zu erleichtern, indem die E-Government-Infrastruktur bei den teilnehmenden Kommunen vereinheitlicht wird. Aktuell gebe es für identische Aufgabe unterschiedliche Software-Lösungen, was die Standardisierung von Prozessen verhindere und für Unternehmen kompliziert sei.

Die Auswirkungen auf Prozesse und Beschäftigte von E-Government wurden anschließend in einer Runde mit Kochmann, Lukas Rissel (Berater des Personalrates Stadt Gelsenkirchen) und Michael Gensler (TBS NRW) vertieft und mit den Teilnehmenden der Veranstaltung diskutiert.

In seinem Schlusswort nahm Josef Hülsdünker die Impulse der Veranstaltung zum Anlass, die Betriebs- und Personalräte zur Fortsetzung des Dialoges über Sektoren- und Branchengrenzen hinweg einzuladen.

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