Deutscher Gewerkschaftsbund

07.09.2018
Chemie-Tarifrunde 2018

Mehr Zeitsouveränität für Beschäftigte der Chemiebranche

In der aktuellen Chemie-Tarifrunde kämpft die IG BCE für bessere Arbeitsbedingungen in der Chemiebranche. Neben einer Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen von 6% sowie einer Verdopplung des Urlaubsgelds will die Gewerkschaft mehr Zeitsouveränität für die 580.000 Beschäftigten in den 1.900 Unternehmen der chemischen und pharmazeutischen Industrie sowie Teilen der Kautschuk und Kunststoffbranche erreichen. Alleine in Nordrhein-Westfalen werden 150.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von dem Tarifabschluss betroffen sein.

6 % höhere Entgelte und Ausbildungsvergütungen fordert die IG BCE in der aktuellen Chemie-Tarifrunde

CC BY-NC-SA IG BCE/Flickr

Mehr Geld oder mehr Freizeit

So sollen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer künftig individuell zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit entscheiden. Das würde Beschäftigten ermöglichen, ihre Arbeitszeit an die Anforderungen unterschiedlicher Lebensphasen anzupassen: Sie könnten z.B. für die Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen ihre Arbeitszeit für einen begrenzten Zeitraum reduzieren ohne in der sogenannten "Teilzeitfalle" zu landen. Angesichts der Digitalisierung und der wachsenden Arbeitsbelastung soll eine erhöhte Zeitsouveränität den Beschäftigten zudem erlauben, selbst mitzubestimmen, wann und wie sie welche Aufgaben bearbeiten.

Nächste Verhandlungsrunde Ende September

Am 5. September wurden die Verhandlungen der Chemie-Tarifrunde in Hannover nach fünf Stunden ergebnislos vertagt. Die Arbeitgeber legten kein Angebot vor. Ralf Sikorski, Verhandlungsführer und Mitglied des geschäftsführenden Hauptvorstands der IG BCE, sagte dazu: "Die Arbeitgeber haben heute eine Chance vertan." Der nächste Verhandlungsanlauf findet am 19./20. September in Wiesbaden statt. Zuvor ruft die IG BCE zu einem bundesweiten Aktionstag am 12. September auf.

IG BCE-Jugend-Aktion für Chemie-Tarifrunde in Ludwigshafen

Marcus Schwetasch/IG BCE

Mehr Zeitsouveränität für Beschäftigte: Ziel vieler Gewerkschaften

Nicht nur die IG BCE hat das Ziel, mehr Selbstbestimmung bei der Arbeitszeit für Beschäftigte durchzusetzen. Sowohl die IG Metall als auch die Gewerkschaft ver.di konnten bereits ähnliche Forderungen bei vergangen Tarifrunden verwirklichen. In der Metall- und Elektrobranche ist es Beschäftigten, die Eltern sind, Angehörige pflegen oder im Schichtbetrieb arbeiten, möglich zwischen einem Zusatzgeld und acht zusätzlichen freien Tagen zu wählen. Zwei von diesen acht Tagen werden dabei vom Arbeitgeber finanziert.

Auch für die Beschäftigten der Deutschen Post und dem Dienstleistungsunternehmen TÜV Nord konnte ver.di in der Vergangenheit Verbesserungen in diesem Bereich erreichen. So können die Beschäftigten der Deutschen Post einen Teil ihrer letzten Entgelterhöhung in Freizeit einlösen. Die Beschäftigten von TÜV Nord hingegen haben die Wahl zwischen fünf zusätzlichen Urlaubstagen und einer Einmalzahlung. Weitere Beispiele lassen sich bei Banken, Versicherungen und in der IT-Branche finden.

Alle Infos zur Tarifrunde Chemie 2018


Nach oben

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie hier unsere Pressemeldungen als RSS Feed.

Initiative NRW 2020

Gewerkschaftsmitglied werden