Deutscher Gewerkschaftsbund

13.11.2017

Journalist Jakob Augstein und DGB-Chef Reiner Hoffmann diskutieren über Zukunft der Gewerkschaften

Rund 120 Personen kamen am 10. November 2017 ins Düsseldorfer DGB-Haus. Der Grund: DGB-Bundesvorstandsvorsitzender Reiner Hoffmann und Journalist Jakob Augstein diskutierten über die Zukunft der Gewerkschaften und unserer Gesellschaft. Eingeladen hatten DGB-Region Düsseldorf Bergisch Land und DGB NRW.

DGB-Chef Reiner Hoffmann (links) diskutiert mit Journalist Jakob Augstein über die Zukunft der Gewerkschaften

DGB-Chef Reiner Hoffmann (links) diskutiert mit Journalist Jakob Augstein über die Zukunft der Gewerkschaften Ulrike Reinker/DGB

Prekäre Arbeit, Digitalisierung, Tarifflucht: Gewerkschaften sind wichtiger denn je

Klar ist: Die Gewerkschaften stehen vor großen Herausforderungen. Die zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft, ein hoher Anteil an prekären Arbeitsverhältnissen und die voranschreitende Digitalisierung machen starke Arbeitnehmervertretungen wichtiger denn je. Gleichzeitig erschweren die Tarifflucht vieler Unternehmen und stagnierende Mitgliederzahlen ihre Gestaltungsmöglichkeiten. Wie müssen sich Gewerkschaften aufstellen, um auch künftig die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wirksam zu vertreten und im politischen Diskurs eine zentrale Rolle zu spielen?

Augstein empfiehlt Gewerkschaften mehr Radikalität

Augstein, Verleger und Chefredakteur der Zeitung Der Freitag, empfahl: "Seien Sie radikaler!". Er sah in dem Chef der Lokführergewerkschaft Claus Weselsky eine "Helden". Das stoß auf großen Widerspruch im DGB-Haus. DGB-Chef Hoffmann verstand Weselskys Verhalten lediglich als den Wunsch, die eigene Gewerkschaft zu erhalten, statt die Lage für alle Beschäftigten zu verbessern. DGB-Gewerkschaften setzten hingegen auch weiter auf Solidarität unter allen Beschäftigtengruppen.

Hoffmann wies darauf hin, dass Gewerkschaften künftig stärker digitale Werkzeuge und Kommunikationswege nützen müssten, um zu mobilisieren und sich zu vernetzen: "Nicht nur Digitalisierung leben, sondern auch machen!".

Stephanie Albrecht: Bei IG BCE Düsseldorf gibt's positive Mitgliederentwicklung

Viele Personen aus dem Publikum stellen Fragen, so auch Stephanie Albrecht (Bezirksleiterin IG BCE Düsseldorf), die auf positive Mitgliederentwicklungen in ihrem Bezirk hinweist Ulrike Reinker/DGB

Mehr Mut und Selbstbewusstsein

Einig waren sich Augstein und Hoffmann darin, dass die Gewerkschaften selbstbewusster und mutiger auftreten müssten und dabei die europäische Solidarität aufrechterhalten müssen.

Augstein forderte die Gewerkschaften konkret auf, sich nicht an Neoliberalismus anzupassen – auch wenn dies sehr schwer sei. Die Devise müsste sein: "Hier stehen wir, so sind wir und wir lassen uns von euch nicht einkaufen!".

DGB-Chef Hoffmann machte deutlich, dass Gewerkschaften allen Grund für Selbstbewusstsein hätten. So wären die Arbeitswelt und die Gesellschaft eine schlechtere, wenn es Gewerkschaften nicht gäbe. Es dürfe keine Angst vor neuen Herausforderungen herrschen. "Wenn wir mutig und selbstbewusst in die Zukunft gucken, dann haben wir alle Chancen, die Herzen der Menschen zu erreichen und sie bei uns zu organisieren", so Hoffmann.

10.11.2017

Video: Jakob Augstein und Reiner Hoffmann


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