Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 18.01.2017

Rentenreport des DGB NRW: Rente muss für ein gutes Leben reichen!

Der DGB NRW hat heute in Düsseldorf seinen aktuellen Rentenreport vorgestellt und einen Kurswechsel in der Rentenpolitik gefordert. "Wir bekommen in Nordrhein-Westfalen ein massives Rentenproblem, wenn wir nicht zügig und konsequent gegensteuern", fasste Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW, die Ergebnisse zusammen. "Der Trend ist eindeutig: Die Menschen müssen immer länger arbeiten und haben dennoch geringere Rentenansprüche." Für den DGB sei aber klar: "Rente muss für ein gutes Leben reichen!"

Schuld an der prekären Situation sei vor allem das ständig sinkende Rentenniveau. "Schon jetzt liegt der Rentenanspruch bei nur noch 47,5 Prozent des Nettolohns", erklärte Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW. "Die Konsequenzen sind deutlich spürbar: Ein nordrhein-westfälischer Mann, der 2015 in Rente gegangen ist, erhält im Schnitt gerade einmal 1.092 Euro im Monat. Das sind fast 100 Euro weniger als ein Mann bekommt, der sich 2015 bereits in Rente befand." Bei weiter sinkendem Rentenniveau werde es für Durchschnittsverdiener schwierig, ihren gewohnten Lebensstandard auch nur annähernd aufrechtzuerhalten. "Und Geringverdiener laufen sogar Gefahr, lediglich Rentenansprüche zu erwirtschaften, die unterhalb der staatlichen Grundsicherung liegen", so Graf. Der DGB NRW schlage daher vor, die Rentenbeiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber schrittweise von heute 18,7 Prozent auf 22 Prozent im Jahr 2030 anzuheben. Damit könne der Abwärtstrend gestoppt und mittelfristig sogar eine Erhöhung des Rentenniveaus erreicht werden. Zudem müsse die politisch gewollte Mütterrente aus Steuergeldern finanziert werden.

Darüber hinaus müssten prekäre Arbeitsverhältnisse konsequent zurückgedrängt werden, sagte Andreas Meyer-Lauber. "Sichere und fair bezahlte Arbeit ist das beste Mittel gegen Altersarmut. Der Mindestlohn war ein wichtiger Schritt, um Niedriglöhne und Niedrigrenten zu bekämpfen. Wir brauchen aber noch mehr." Die Bundesregierung müsse sich zum Beispiel darum kümmern, Minijobs ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig zu stellen und ein gesetzliches Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit zu beschließen, so Meyer-Lauber. "Aber auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst können etwas tun und sich gewerkschaftlich organisieren: Denn gute Arbeitsbedingungen gibt es vor allem dort, wo es starke Gewerkschaften und gute Tarifverträge gibt."

Das zeige auch ein Blick auf die unterschiedlichen Rentenhöhen in den nordrhein-westfälischen Städten und Gemeinden: "Dort, wo es eine starke industrielle Basis mit guten Tarifverträgen und anständigen Löhnen gibt, sind die Renten höher als in Städten, die vor allem durch Dienstleistungen und Verwaltung geprägt sind", erläuterte Sabine Graf. So bekämen Männer, die 2015 erstmals Rente bezogen, die höchsten Zahlungen in Bottrop, Leverkusen und dem Rhein-Erft-Kreis, während Düsseldorf und Bonn zu den Schlusslichtern zählten. Bei den Frauen sei vor allem der Umfang der Erwerbstätigkeit für die Rentenhöhe entscheidend. "Daher beziehen die Düsseldorferinnen und Bielefelderinnen die höchsten Renten, Schlusslichter sind hier Gelsenkirchen und Herne."


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18.01.2017

Die wich­tigs­ten Gra­fi­ken des Ren­ten­re­ports 2017

DGB NRW
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