Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 09.10.2018

Anja Weber: NRW braucht eine Attraktivitätsoffensive für den öffentlichen Dienst

Zur heutigen Anhörung zum Personaletat im NRW-Landeshaushalt erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW:

"Der DGB und seine Gewerkschaften begrüßen, dass die NRW-Landesregierung weiterhin darauf setzt, mehr Stellen im öffentlichen Dienst zur Verfügung zu stellen. Investitionen in mehr Personal gewährleisten unter anderem eine gute Bildung, öffentliche Sicherheit und eine funktionierende Bauplanung und sind daher im ureigenen Interesse der Bürger/innen und des Wirtschaftsstandortes NRW.

Leider reichen die geplanten Maßnahmen aber nicht aus, um Löcher in der Personaldecke zu stopfen, neuen Aufgaben gerecht zu werden und für ausreichend Nachwuchs zu sorgen. Denn trotz des Stellenaufbaus bleibt die Personaldecke in vielen Bereichen weiter dünn. Hinzu kommt: Stellen allein nützen nichts, wenn das Personal fehlt. Derzeit sind mehr als 13.000 Stellen im öffentlichen Dienst in NRW unbesetzt, unter anderem in Schulen, Justiz, Finanzverwaltung und Bauverwaltung.

Die Landesregierung muss daher endlich in eine Attraktivitätsoffensive für den öffentlichen Dienst investieren, um mehr Menschen vom Staat als Arbeitgeber zu überzeugen. Derzeit sind die Gehälter im öffentlichen Dienst im Schnitt deutlich niedriger als in der Privatwirtschaft und die Belastung durch Überstunden, Mehrarbeit und Schichtarbeit häufig sehr hoch. Hinzu kommt eine hohe Quote an befristeten Arbeitsverhältnissen in Landesverwaltung und Hochschulen. Als einer der letzten Arbeitgeber überhaupt verlangt NRW seinen Beamtinnen und Beamten zudem eine 41 Stundenwoche ab. Hier gilt es, beherzt umzusteuern. Gerade mit Blick auf den voranschreitenden demografischen Wandel und den Fachkräftemangel ist es für den öffentlichen Dienst existenziell wichtig, durch bessere Arbeits- und Einkommensbedingungen attraktiver zu werden und qualifiziertes Personal zu gewinnen und zu halten."


Nach oben

Text

Themenverwandte Beiträge

Datei
Personaletat 2019 und Nachtragshaushalt 2018: Stellungnahme des DGB NRW
Der DGB und seine Gewerkschaften begrüßen, dass die NRW-Landesregierung weiterhin darauf setzt, mehr Stellen im öffentlichen Dienst zur Verfügung zu stellen. Leider reichen die geplanten Maßnahmen aber nicht aus, um Löcher in der Personaldecke zu stopfen, neuen Aufgaben gerecht zu werden und für ausreichend Nachwuchs zu sorgen. weiterlesen …
Link
WAZ: Streit um prall gefüllte Kassen
Am 20. September hat die Westdeutsche Allgemeine Zeitung über den Landeshaushalt berichtet, den Finanzminister Lienenkämper mittwochs in den Landtag eingebracht hatte. DGB-Landeschefin Anja Weber kritisiert im Artikel: "Bei den staatlichen Investitionen von Land und Kommunen liegt NRW an drittletzter Stelle aller Bundesländer, laut mittelfristiger Finanzplanung soll die Investitionsquote sogar wieder sinken." zur Webseite …

Social Media

DGB NRW bei Facebook DGB NRW auf Twitter folgen