Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 24.04.2017

DGB NRW: Erwerbs- und Fürsorgearbeit endlich partnerschaftlich aufteilen!

Teilzeit Frauen

Colourbox.de

"Laut einer aktuellen Studie Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung leisten Frauen nach wie vor erheblich mehr in Kindererziehung und Hausarbeit als Männer", erklärt Stefanie Baranski-Müller, Frauensekretärin des DGB NRW. So verwendeten Frauen im Schnitt 2,4-mal so viel Zeit für Kinderbetreuung und Pflege und das 1,6-fache für Hausarbeit. "Dieses Ergebnis steht in krassem Widerspruch zu dem Wunsch vieler Frauen und Männer nach einer partnerschaftlichen Arbeitsteilung."

Der hohe Aufwand für häusliche Arbeit ginge Hand in Hand mit reduzierten Arbeitszeiten im Beruf, so Baranski-Müller weiter. "Fast jede zweite Frau arbeitet in Deutschland Teilzeit, während Männer fast ausschließlich in Vollzeit arbeiten." Längst nicht in allen Fällen sei die reduzierte Arbeitszeit freiwillig. "Der nach wie vor bestehende Mangel an U3-Plätzen in Kitas und zu kurze Öffnungszeiten führen dazu, dass Frauen gar nicht anders können als lediglich einer Teilzeitbeschäftigung nachzugehen." Ein weiterer Grund sei der fehlende Rechtsanspruch auf eine Rückkehr von Teilzeit auf Vollzeit. "Viele Frauen wollen in Zeiten der Kindererziehung ihre Arbeitszeit reduzieren, danach aber wieder voll arbeiten. Dieser Wunsch wird ihnen häufig verwehrt, sie stecken geradezu in einer Teilzeitfalle fest." Die große Koalition in Berlin müsse dieser Ungerechtigkeit endlich ein Ende bereiten und das entsprechende Gesetz auf den Weg bringen, fordert Baranski-Müller. Darüber hinaus sei eine Debatte über neue Arbeitszeitmodelle dringend notwendig. "Mit lebensphasenorientierten Arbeitszeiten können wir erreichen, dass Erwerbs- und Fürsorgearbeit partnerschaftlicher aufgeteilt werden", sagt Baranski-Müller.

 


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