Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 07.03.2018

Anja Weber zum Internationalen Frauentag: Es bleibt noch viel zu tun

"Auch 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts bleibt in puncto Gleichstellung noch viel zu tun", erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März. "Unsere Parlamente sind so männlich wie lange nicht mehr. Sowohl im NRW-Landtag als auch im Bundestag sind deutlich weniger als ein Drittel der Abgeordneten weiblich. Damit sind Frauen bei der politischen Gestaltung unseres Landes stark unterrepräsentiert."

Auch auf dem Arbeitsmarkt zögen Frauen nach wie vor den Kürzeren, so Weber weiter. "Die heutige Frauengeneration ist die bestausgebildetste aller Zeiten und dennoch haben es Frauen nach wie vor schwerer, sich in der Arbeitswelt durchzusetzen. Ihnen stehen vorwiegend Minijobs, kurze Teilzeitbeschäftigungen und befristete Arbeitsverhältnisse zur Verfügung und auch bei den Karrierechancen haben sie das Nachsehen." So seien 80 Prozent der Teilzeitstellen und 60 Prozent der Minijobs in NRW von Frauen besetzt. „Auch beim Gehalt klafft eine große Lücke: Der Unterschied zwischen Frauen und Männern liegt seit Jahren bei rund 22 Prozent.“ Vergleiche man lediglich die Löhne von Vollzeitbeschäftigten, verdienten Frauen in NRW 14 Prozent weniger.

"Wir vergeuden ein enormes Potenzial an Talent, Leistung und Kreativität, wenn wir Frauen weiterhin als Beschäftigte zweiter Klasse behandeln", sagt Weber. Unternehmen und Verwaltungen müssten alles daran setzen, Chancengleichheit in der Berufswelt zu realisieren. "Darüber hinaus brauchen wir einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung, familienfreundlichere Arbeitszeiten und ein Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern." Die Digitalisierung müsse genutzt werden, um die Arbeitsbedingungen und die Karrierechancen von Frauen zu verbessern, so Weber. "Dafür müssen wir die Digitalisierung bewusst gestalten und zum Beispiel über ein Recht auf Nichterreichbarkeit das Verschmelzen von Beruf und Privatleben verhindern."


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