Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 12.04.2017

DGB NRW: Mit Tarifbindung und neuem sozialem Arbeitsmarkt Kinderarmut bekämpfen

Kinderarmut ist besonders im Ruhrgebiet ein Skandal

DGB/Kunkel(Best Sabel)

Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Mehr als 560 000 Kinder in Nordrhein-Westfalen lebten Ende 2016 in Familien, die Hartz IV beziehen. Das ist ein Anstieg um 3,8 Prozent innerhalb eines Jahres. Dazu erklärt Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW:

"Besonders alarmierend ist die Situation im Ruhrgebiet: Dass in Duisburg, Essen und Gelsenkirchen mehr als jedes dritte Kind in Armut lebt, ist nicht hinnehmbar. Es ist gut, dass die Landesregierung in diesen Städten und Dortmund unserem Vorschlag für einen neuen sozialen Arbeitsmarkt aufnimmt und sozialversicherte, unbefristete Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose schafft."

Neuer sozialer Arbeitsmarkt muss ausgeweitet werden

Die Zahlen der Arbeitsagentur belegen den Zusammenhang zwischen Langzeitarbeitslosigkeit und Kinderarmut: In mehr als 70 Prozent der betroffenen Familien ist mindestens ein Elternteil bereits mehr als ein Jahr arbeitslos. "Deshalb muss das Programm gegen Langzeitarbeitslosigkeit auf Dauer wesentlich ausgebaut werden. Wenn es uns gelingt, die Eltern in Gute Arbeit zu bringen, helfen wir auch den Kindern. Denn eins ist klar: Ohne arme Eltern keine armen Kinder", so Sabine Graf.

Löhne zu schlecht, um Familie zu ernähren: Prekäre Arbeit muss gestoppt werden

"Was nicht übersehen werden darf: Bei rund 42 Prozent der Familien in Hartz IV ist mindestens ein Elternteil in Arbeit", erläutert die stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW weiter. "Offensichtlich arbeiten diese Menschen aber zu so schlechten Löhnen, dass sie ihre Familien nicht ernähren können und auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Das ist ein Skandal. Wer Armut bekämpfen will, muss prekäre Arbeit stoppen. Eine Ausweitung der Tarifbindung ist deshalb ein wirksames Mittel gegen Kinderarmut."

Infografik

 


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