Deutscher Gewerkschaftsbund

08.03.2017

Demografischen Wandel in Unternehmen und Behörden gestalten: Landesinitiative macht's möglich

"Das Demografie-Problem hat sich doch jetzt erledigt – bei den ganzen Flüchtlingen" – diesen Satz hört man in letzter Zeit öfter. Doch eine aktuelle Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt: In Deutschland sinkt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter weiter. Wenn sich in den kommenden Jahren die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach dem Rentenalter nähern, verschiebt sich die Altersstruktur deutlich nach oben. "Dieser Prozess", so die Autoren, "scheint auch auf längere Sicht nicht mehr umkehrbar zu sein" (IAB-Kurzbericht 6/2017). Damit bleibt Demografie ein Top-Thema für Betriebe und Verwaltungen.

 

Damit der demografische Wandel Unternehmen nicht schadet, muss auch der Wissenstransfer zwischen den Generationen gesichert werden. (Foto: Colourbox.de)

Damit der demografische Wandel Unternehmen nicht schadet, muss auch der Wissenstransfer zwischen den Generationen gesichert werden. Colourbox.de

DEMOGRAFIE AKTIV: Gemeinsame Initiative von Ministerium, Unternehmer und Gewerkschaften

In Nordrhein-Westfalen bietet die Landesinitiative DEMOGRAFIE AKTIV Unternehmen und Beschäftigten konkrete Unterstützung an. Die Initiative wird gemeinsam getragen vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW, der Landesvereinigung der Unternehmensverbände und dem DGB NRW. Lösungen sind gefragt, mit denen die Chancen des demografischen Wandels genutzt und Risiken begrenzt werden können. Die betriebliche Praxis zeigt: gute Ergebnisse werden dort erzielt, wo Unternehmensleitungen, Interessenvertretung und Beschäftigte das Thema gemeinsam angehen.

Digitalisierung und Demografie eng verknüpft

Die gute Nachricht: Experteninterviews, die DEMOGRAFIE AKTIV mit Vertretern der Sozialpartner, aus Verbänden und arbeitspolitischen Institutionen geführt haben, zeigen, dass das Thema Demografie weiterhin auf dem Radar der Unternehmen in NRW ist. Die Gründe hierfür:

  • Fachkräftemangel,
  • absehbare Rentenabgänge
  • oder ein hohes Durchschnittsalter der Belegschaft.

Bei der konkreten Bearbeitung des Themas wird schnell deutlich, wie eng es auch mit anderen Themen in der Organisation verknüpft ist, z.B. der Digitalisierung. Der Wettbewerb um Fachkräfte verlagert sich zunehmend auf die sozialen Medien. Arbeit ist auch von zu Hause aus möglich. Assistenzsysteme könnten gerade älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Arbeit erleichtern. Solche Entwicklungen können auch Sorgen und Ängste auslösen – besonders bei Beschäftigten im fortgeschrittenen Alter. Die Herausforderung besteht darin, diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Weg mitzunehmen, sie auf einem hohen Qualifikationsniveau zu halten und systematisch den Wissenstransfer im Generationentandem zu betreiben.

Kontakt DEMOGRAFIE AKTIV

In der Servicestelle DEMOGRAFIE AKTIV stehen kostenfrei kompetente Ansprechpartner und Informationen rund um das Thema demografischer Wandel im Unternehmen zur Verfügung. Kontakt: servicestelle@demografie-aktiv; Tel.: 0521-966-350 (Technologieberatungsstelle NRW) oder 0241-46375237 (GOM mbH).

Mit "demografischer Brille" Lösungen finden

Unternehmen wie Interessenvertretungen sollten sich also unter anderem folgende Fragen stellen:

  • Wie können die kommenden Veränderungen der Arbeit mit alternden Belegschaften bewältigt werden?
  • Wie kann der Einsatz neuer Technologien als Chance für die Fachkräftegewinnung genutzt werden?

Gelingt es, solche aktuellen Themen und Entwicklungen mit der "demografischen Brille" zu betrachten, bieten sich Chancen für Lösungsansätze, die alle Beschäftigtengruppen einbeziehen. Demografie muss bei den jetzt spürbaren Herausforderungen der Unternehmen ansetzen.

Broschüre: Die Initiative DEMOGRAFIE AKTIV stellt sich vor


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