Deutscher Gewerkschaftsbund

29.04.2016
Wir haben die Ehre mit...

Heinz Dickhoff: "Der 1. Mai ist unser Tag"

Heinz Dickhoff, Vorsitzender des DGB-Ortsverbands Coesfeld, erklärt, warum er für den DGB aktiv ist

Heinz Dickhoff, Vorsitzender des DGB-Ortsverband Coesfeld

Heinz Dickhoff, Vorsitzender des DGB-Ortsverband Coesfeld DGB NRW

"Warum ich mich ehrenamtlich beim DGB engagiere? Gute Frage, ich könnte sagen, ich bin zu sozial eingestellt. Letztendlich stimmt’s. Das hängt auch daran, dass ich aus einem Elternhaus mit zehn Kindern komme. Wir waren zuhause drei Schwestern und sieben Brüder. Schon da mussten wir uns auch untereinander helfen.

Als ich mit 15 meine Ausbildung angefangen habe, wurde ich auch Mitglied bei der IG BAU. Ich bin dann auch zu Versammlungen des Ortsverbands gegangen. Und ein paar Jahre später wurde ich Vorsitzender. Ich bin gerne mit Menschen zusammen, ich lache gerne, ich albere gerne rum. Das macht mir auch bei meinem Ehrenamt Spaß.

Etwas Besonderes in meiner bisherigen Zeit als DGB-Ortsverbandsvorsitzender war der Mindestlohn-Truck. Mit dem haben wir 2009 für die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns geworben. Super war auch unsere Aktion im letzten Dezember in der Fleisch-Industrie: Da haben wir vor der Firma Westfleisch eine Demo für höhere Löhne und bessere Unterkünfte gemacht. Wir haben Weihnachtsmänner an die Arbeiter verteilt und sie über ihre Arbeitsrechte Informiert. Weil viele der Arbeiter aus Rumänien und Ungarn sind, waren auch Übersetzer mit dabei. Über 300 Leute haben wir hier angesprochen. Auch drei Bundespolitiker unterstützen die Aktion. Das war schon klasse. Zwei der runtergekommenen Unterkünfte der Arbeiter wurden dann auch geschlossen. Das sind so Sachen, die einen motivieren.

Wenn du durch die Gewerkschaft Kontakte und gemeinsame Ziele hast, wirst du auch selbstbewusst

So Aktionen wären nicht machbar, wenn wir nicht so ein tolles Team im DGB- und IG BAU-Vorstand wären, wo alle gemeinsam mithelfen. Dafür bin ich den Kolleginnen und Kollegen dankbar. Nur gemeinsam sind WIR stark. Ohne meine Frau Gaby, die mit dabei ist und mich immer unterstützt, könnte ich mein Ehrenamt überhaupt nicht ausüben.

Ich bin ja nicht nur im DGB aktiv, sondern auch Betriebsrat. Da bin ich auch froh, dass die IG BAU hinter mir steht: Man kommt mit anderen Betriebsratsmitgliedern zusammen und wird dadurch auch offener und selbstbewusst. Früher hat es mir noch ganz schön an Selbstbewusstsein gefehlt; da war ich echt schüchtern. Das ist auch durch die IG BAU besser geworden. Da denken viele nicht drüber nach. Doch wenn du durch die Gewerkschaft Kontakte und gemeinsame Ziele hast, wirst du auch selbstbewusst.

Tarif-Verträge fallen nicht vom Himmel

Beim DGB-Ortsverband sind wir meist so acht bis 14 Leute. Wir treffen uns jeden Monat. Für kommenden Sonntag haben wir natürlich eine Mai-Kundgebung organisiert. Der 1. Mai ist unser Tag, der Tag der Gewerkschaften. Aus meiner Sicht sollten da auch Parteien nicht auftreten – das sage ich auch als SPD-Mitglied. Ich weiß, dass das andernorts anders gehandhabt wird, aber bei uns, gibt’s keine Parteistände.

Was ich Jugendlichen sagen würde, die nicht in die Gewerkschaft eintreten wollen? Ich würde denen sagen, dass Tarif-Verträge nicht vom Himmel fallen. Es wurde für unsere Arbeitnehmer-Rechte viel gekämpft. Und wenn wir in Deutschland weiter so inaktiv sind, dann werden uns die Arbeitgeber alles wegnehmen, was wir in den ganzen Jahren errungen haben. Deshalb brauchen wir weiter starke Gewerkschaften und einen starken DGB, um auch in der Politik unsere Interessen zu verteidigen."

Heinz Dickhoff, 60, ist seit seinem 15. Lebensjahr Mitglied bei der IG BAU. Seit 1996 ist er Vorsitzender des DGB-Ortsverbands Coesfeld. Der gelernte Maurer ist Vorarbeiter und Mitglied im Gesamtbetriebsrat bei Eurovia.

In der Serie "Wir haben die Ehre mit..." stellen wir regelmäßig Ehrenamtliche des DGB NRW vor.


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