Deutscher Gewerkschaftsbund

11.12.2015

Anke Rudat: "Ich versuche mir das Schlimmste vorzustellen, damit ich das Beste daraus machen kann"

Anke Rudat, Mitglied im DGB-Stadtverband Hagen, erklärt, warum sie sich für den DGB NRW ehrenamtlich engagiert.

Anke Rudat, Mitglied im DGB-Stadtverband Hagen

Anke Rudat, Mitglied im DGB-Stadtverband Hagen DGB NRW

"Für mich ist es wichtig, für meine Stadt und mein Lebensumfeld etwas zu tun. Im DGB-Stadtverband versuche ich, genau darauf den Fokus zu legen. Denn ich glaube, unsere Stadt ist, wenn man es genau betrachtet, sehr attraktiv. Aber wir Hagener erkennen das oft nicht. Das ist ein bisschen so die Hagener Mentalität, immer das Negative zu sehen. Das sagt man mir auch nach. Aber ich versuche mir das Schlimmste vorzustellen, damit ich das Beste daraus machen kann.

Wenn ich da, wo ich lebe, etwas verändern will, dann brauche ich alle Kollegen

Was mir besonders an der Arbeit beim DGB in Hagen gefällt: Wir gucken über die eigene Gewerkschaft hinaus. Wenn ich in meiner eigenen Gewerkschaft unterwegs bin, schauen wir wenig auf die anderen, weil wir uns ja auch wahnsinnig um unsere Betriebe kümmern. Das ist auch wichtig und richtig. Aber wenn ich da, wo ich lebe, etwas verändern will, dann brauche ich alle Kollegen. Ich habe zum Beispiel einen ganz anderen Blick auf die Leerstände in Hagen bekommen, seitdem ich mich mit dem Kollegen aus der IG BAU hin und wieder unterhalte. So kann jede Gewerkschaft ihre Perspektive einbringen. Die Kollegen müssen logischerweise eine andere Sichtweise haben, weil sie auch eine andere Klientel betreuen. Aber man kann mit ihnen sehr konstruktiv zusammenarbeiten. Das ist das, was ich beim Stadtverband in Hagen wirklich fantastisch finde. Wir bewegen zwar immer nur ganz kleine Rädchen, aber man sieht, es kommen Impulse. Wenn hinterher jemand sagt: Hagen ist doof. Dann sage ich: Ok, dann komm aus deiner Ecke und hilf uns.

Ich selber versuche mich bei den erneuerbaren Energien einzubringen. Privat engagiere ich mich bei einer Bürger-Energie-Genossenschaft. Vor ein paar Jahren hatten wir die Gelegenheit, auf meiner alten Schule eine Solaranlage zu installieren. Das ist zwar nur ein kleiner Beitrag, aber da kann ich ganz genau sagen: Das ist für mich wichtig und das ist etwas, das auch nachhaltig wirken kann. Über die Bürgerinitiative Erneuerbare Energien unterstützt auch der DGB-Stadtverband solche Projekte. Jetzt bin ich dort für den DGB Hagen „abgesandt“.

Wenn etwas bewegt werden soll, dann muss ich mich selber auch bewegen.

Ich glaube, es ist wichtig, dass man sich selber am Schopf packt. Wenn etwas bewegt werden soll, dann muss ich mich selber auch bewegen. Ich bin deshalb in vielen ehrenamtlichen Strukturen. Außerdem kann ich Ärger sehr gut katalysieren, indem ich mich engagiere. Ansonsten wäre ich sonst wohl sehr miesepetrisch, und das möchte ich nicht werden. Es macht auch Spaß, weil man mit vielen Menschen in Kontakt kommt, mit denen man sonst nicht zu tun hätte. Diese Menschen geben mir immer wieder neuen Input, weil sie Dinge auch anders sehen. Dadurch frage ich mich auch: Was will ich überhaupt und woran kann ich mitwirken? So denke ich dann auch immer wieder über mich selbst nach. Und ich glaube, das ist wichtig für unsere Gesellschaft. Denn den Status Quo erhalten, das geht gar nicht, denn das Leben ist ständig im Umbruch."

Anke Rudat, 46, arbeitet als Assistenz des Konzern-Betriebsrats des Konzerns Stora Enso Deutschland am Standort Hagen-Kabel. Dort ist sie auch in der Schwerbehindertenvertretung und im Betriebsrat aktiv. Die gelernte Papiermacherin ist außerdem Stellvertretende Vorsitzende des IG BCE-Bezirksfrauenausschusses sowie Mitglied im DGB-Stadtverband Hagen.

In der Serie "Wir haben die Ehre mit..." stellen wir regelmäßig Ehrenamtliche des DGB NRW vor.


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