Deutscher Gewerkschaftsbund

10.05.2017
Arbeit 2020 in NRW

Studie bewertet Digitalisierung in nordrhein-westfälischer Industrie und Auswirkungen auf Mitbestimmung

Das Institut für Arbeit und Qulifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen untersucht die Umsetzung von Industrie 4.0 in Betrieben. In dieser Studie nimmt das Forschungsteam auch arbeitspolitische Folgen der Digitalisierung sowie Herausforderungen für die Mitbestimmung der Betriebsräte in den Fokus. Grundlage für die Studie ist das gewerkschaftliche Gemeinschaftsprojekt "Arbeit 2020 in NRW".
Digitalisierter Arbeitsplatz: Menschen an Computern

Thomas Range, Arbeit 2020 in NRW

Die Auswirkungen der Digitalisierung im Produktionsbereich bieten Chancen, schüren aber auch Ängste bei den Beschäftigten vor Arbeitsplatzverlust und schlechteren Arbeitsbedingungen. In dem gewerkschaftlichen Gemeinschaftsprojekt "Arbeit 2020 in NRW" von IG Metall NRW, dem IG BCE-Landesbezirk Nordrhein, der NGG NRW und dem DGB NRW gehen wir der Frage nach, was sich ganz konkret in Betrieben verändert. Wo sind Industrie-4.0-Elemente heute schon anzutreffen? Welche Folgen hat das für die Beschäftigten? Welche Handlungsmöglichkeiten hat der Betriebsrat?

Technologische Innovation kein Selbstzweck

Das Projekt steht unter einem klaren Leitgedanken: Ein innovatives Unternehmen ist ein Unternehmen mit Zukunft für die Beschäftigten. Technologische Innovationen sind kein Selbstzweck, sondern nur durch und mit Menschen realisierbar.

Digitale Geschäftsmodelle mehr Vision als Strategie – so eine aktuelle Studie

Das Projekt "Arbeit 2020 in NRW" wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes NRW gefördert. Die erste Projektphase endet im Juni 2017. Die fachliche Begleitforschung hat das Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen übernommen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben jetzt eine erste Zwischenbilanz vorgelegt.

Sie kommen zu dem Schluss: Gemessen an dem Leitbild von Industrie 4.0 stecken viele Betriebe noch in den Anfängen. "Auch neue Geschäftsmodelle sind gegenwärtig eher Vision als systematisch ausgearbeitete Geschäftsstrategien", so die Forscher.

Die Beratungsprozesse im Rahmen von "Arbeit 2020 in NRW" haben dazu beigetragen, Betriebsräte zu aktivieren und Beteiligungsprozesse zu befördern. Dabei stehen thematisch die Beschäftigungssicherung, Qualifizierungs- und Organisationsfragen und die Entwicklung der Arbeitsbedingungen im Fokus.

Laden Sie sich hier die Studie herunter.


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