Deutscher Gewerkschaftsbund

13.02.2017

Plädoyer der ArchitektInnen der KollegInnengruppe des DGB in der Architektenkammer NRW

Mein Traumberuf ArchitektIn!

Kreativität, Phantasie, tolle Ideen zu leben und zu entwickeln - das waren unsere Idealvorstellungen für die Erfüllung unseres Traumberufes als ArchitektIn, LandschaftsarchitektIn oder StadtplanerIn; allerdings auch gute Verdienstmöglichkeiten.

Wir ziehen Bilanz nach vielen Jahren sei es im öffentlichen Dienst oder in Ingenieurbüros. Die gesammelten Ergebnisse sind so unterschiedlich wie unser Traumberuf mit all seinen Erwartungen in der Ausübung unserer Tätigkeiten.

ArchitektInnen im öffentlichen Dienst verdienen relativ gut im Gegensatz zu den Angestellten in Planungsbüros. Warum das so ist, hat zahlreiche Gründe. Aus unserer Sicht haben sich die Gewerkschaften stark dafür gemacht und tun es auch weiterhin. Die sozialen Rahmenbedingungen und die Tarifverträge sind über Jahrzehnte von den Gewerkschaften erstritten worden und sind in der heutigen Zeit immer wichtiger und müssen ständig neu verhandelt werden.

Wenn wir uns im freien Wettbewerb bei den Planungsbüros umschauen, dann sind oft nur die BüroleiterInnen und BauleiterInnen mit herausragenden Projekten diejenigen, die ein ordentliches Gehalt dafür bekommen. Bei den angestellten ArchitektInnen ohne gewerkschaftliche Bindung sind Verträge mit 2.100 € bis 2.300 € brutto, 20 Tagen Urlaub und 10 Überstunden im Monat ohne Bezahlung der "kreative" Alltag. Bei den BauleiterInnen im Speziellen werden Fahrstrecken über 200 km nur mit der halben Fahrtzeit als Arbeitszeit gewertet. Und wenn wir in renommierten Büros mitarbeiten, ist der Büroname in unserer Vita oft Bezahlung genug.

Doch gerade hier, bei den jungen Angestellten wird eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft eher als Manko angesehen. Denn Gewerkschaften seien eher für andere Berufsgruppen gedacht und nicht "hip" genug. Erst wenn Betroffene und viele Angestellte sich in einer starken Gewerkschaft vereinen, lassen sich diese teilweise prekären Beschäftigungsverhältnisse verhindern. Diskutiert mit uns!

Ein Plädoyer der ArchitektInnen der KollegInnengruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Architektenkammer NRW. Einladung an alle ArchitektInnen, bei uns mitzumachen und mitzugestalten.

Für die KollegInnengruppe des DGB

Michael May und Petra Rahman


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