Deutscher Gewerkschaftsbund

20.03.2013

Gute Arbeit und ökologischer Wandel: „Energietour“ durch das Forschungszentrum Jülich

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollten sich am 18.3.2013 nicht die Gelegenheit entgehen lassen, sich vor Ort im Forschungszentrum Jülich über aktuelle Forschungsvorhaben zur Umsetzung der Energiewende aus erster Hand zu informieren. Der DGB NRW und die Hans-Böckler-Stiftung hatten zu der Veranstaltung eingeladen, die in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich stattfand. Im Anschluss an die Vorträge des Vormittags boten die Veranstalter eine „Energietour“ durch das Forschungszentrum an, die Einblicke in aktuelle Projekte bot.

In der Eröffnung formulierte Andreas Meyer-Lauber den Anspruch an die Forschung,  nicht nur die technologische Dimension ins Auge zu fassen, sondern auch die sozialen Auswirkungen und die Folgen für Beschäftigung und die Qualität der Arbeit zu berücksichtigen. „Es geht nicht nur um Akzeptanz, es geht auch um Beteiligung“, so Meyer-Lauber.

Herr Dr. Buchkremer, Direktor des Instituts für Energie- und Klimaforschung am FZ lieferte einen ersten Überblick über Aktivitäten des FZ und stellte die aktuelle Forschung zu innovativer Energieerzeugung vor. Das Themensprektrum reichte von „Kraftwerken der Zukunft“ über Green IT bis zu Silicium-Dünnschichtphotovoltaik. Eine Besonderheit ist darin zu sehen, dass am FZ die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick genommen wird.

Der Vortrag von Prof. Dirk Müller von der RWTH Aachen richtet die Aufmerksamkeit auf einen Bereich, der in der strom-dominierten Debatte über die Energiewende oft vernachlässigt wird, nämlich die Wärme. Was ändert sich für private Haushalte durch die Energiewende? Müssen wir Abstriche am Komfort machen, um Energie zu sparen? Der spannende Beitrag machte eindrucksvoll deutlich, dass sich der Erfolg der Energiewende in diesem Bereich an der Frage der Bestandsgebäuden nicht der Neubauten entscheiden wird.  Zeitvariable Stromtarife wurden als ein Lösungsansatz diskutiert.

Die Frage, welche Beschäftigungseffekte durch die Energiewende zu erwarten sind, beleuchtete Frau Dr. Ulrike Lehr von der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung auf der Basis eigener empirischer Studien. Das Beschäftigungspotenzial der erneuerbaren Energien schätzte sie langfristig auf rund 600.000 Arbeitsplätze. Befragungsergebnisse zur Qualität der Beschäftigung in diesem Wirtschaftsbereich machten deutlich, dass es hier Gestaltungsbedarf gibt. 

Nach der Pause knüpfte die Podiumsrunde an die Beiträge des Vormittags an. Jörg Gonsior vom Fachbereich Ver- und Entsorgung von Ver.di NRW beleuchtete die Risikodimension der Energiewende für Beschäftigung insbesondere in der Energiewirtschaft. Dr. Reinhard Loch von der Verbraucherzentrale unterstrich die Notwendigkeit einer fairen Verteilung der Kosten der Energiewende. Andreas Meyer-Lauber fordert angesichts der Dimensionen des Umbaus, den er mit den Folgen der Informatisierung verglich,  dass die Politik Leitplanken für Arbeit und Einkommen liefern müsse. „NRW hat als Wissens- und Wirtschaftschance eine große Chance durch die Energiewende, aber diese Chancen müssen auch wahrgenommen werden“.

 

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