Deutscher Gewerkschaftsbund

11.06.2012

Öffentlicher Dienst: Die Zukunft gestalten

Städtischer LKW

In den kommenden 15 Jahren werden im öffentlichen Dienst rund 1,7 Millionen Beschäftigte in den Ruhestand gehen. DGB und Gewerkschaften fordern neue Wege, um den demografischen Wandel zu gestalten. Mehr Neuzugänge, aber auch alternsgerechte Arbeitsbedingungen sollen her. Mit einem Modellprojekt zeigt ver.di, wie das aussehen kann.

DGB

Öffentlicher Dienst Ab und Zugänge

Mehr als 1,7 Millionen Beschäftigte scheiden bis 2027 aus dem öffentlichen Dienst aus. einblick

Belastungen erfassen
ver.di-Vorstandsmitglied Achim Meerkamp kritisiert die mangelnde Gesundheitsprävention. „Im Hinblick auf die Förderung der Gesundheit der Beschäftigen tritt der öffentliche Dienst keineswegs als ‚Musterarbeitgeber‘ in Erscheinung.“ ver.di fordert deshalb, physische und psychische Belastungen durch Gefährdungsbeurteilungen zu erfassen.

Lastenfahrräde im Einsatz
An anderer Stelle gestaltet ver.di bereits den Wandel im öffentlichen Dienst. Mit dem Modellprojekt „Beruf und Pflege besser vereinbaren – Alternsgerechte Arbeitsbedingungen gestalten“ sollen alters- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst umgesetzt werden. Ziel ist es, den demografischen Wandel gemeinsam mit Personalräten und kommunalen Arbeitgebern zu meistern. Wie zum Beispiel in Konstanz: Dort bieten die technischen Betriebe gesundheitlich eingeschränkten KollegInnen Alternativen an. Auf so genannten Lastenfahrrädern reinigen sie Gehwege und Straßen von Leichtmüll wie Zigarettenschachteln oder Plastiktüten. BürgerInnen und Beschäftigte schätzen diese Form der altersgerechten Arbeit.

Zusatzqualifikation lohnt sich
Ein weiteres Beispiel liefern die Marburger Kindertagesstätten. Hier können ErzieherInnen, die das 55. Lebensjahr überschritten haben, mit einer Zusatzqualifikation spezielle Funktionen in der Kita übernehmen. So erkunden sie mit den Kindern den Wald, üben Deutsch oder lernen die Umwelt näher kennen. Zudem sind Arbeitsprozesse neu geregelt worden, sodass Heimarbeitstage genutzt werden können. Das erleichtert die Pflege von Angehörigen. Bis 2013 können sich weitere kommunale und öffentliche Arbeitgeber am ver.di-Projekt beteiligen.

Vereinbarkeit und Interkulturalität
Neben solchen Maßnahmen fordern DGB und die Gewerkschaften eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Weiterbildung und einen gleichberechtigten Zugang von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zum öffentlichen Dienst.

Erschienen in: einblick 11/2012 vom 11.6.2012
Online seit: 8.6.2012


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