Deutscher Gewerkschaftsbund

07.06.2019

GEW Bericht: Strategien gegen rechts

Wie stark ist der gesellschaftliche Rechtstrend an den Hochschulen angekommen? Und wie lässt sich darauf reagieren? Ein Studierendenseminar der GEW suchte nach Antworten.

Das Haus in der kleinen Adam-Kuckhoff-Straße in Halle an der Saale wirkt seltsam unbelebt. Farbbeutelwürfe haben die Fassade des dreieinhalbstöckigen Baus unansehnlich gemacht und manches Fenster erblinden lassen. Auch abends ist drinnen kein Licht zu sehen. Dieses Gebäude inszeniert die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ als ihr Zentrum, als Basis für ihren Kampf um Deutungshoheit in Deutschland – auch an den Hochschulen. Nicht zufällig liegt die Immobilie unmittelbar am geisteswissenschaftlichen Steintor-Campus der Universität Halle.

Aus gutem Grund wählten die GEW und der Bundesstudierendenausschuss die sachsen-anhaltinische Stadt zum Ort ihres ersten Seminars für Studierende und Promovierende, das sich mit rechten Umtrieben an deutschen Hochschulen auseinandersetzte. Nur wenige Gehminuten vom Zentrum der „Identitären“ entfernt trafen sich vom 28. bis 30. März mehr als 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Hallenser Jugendherberge, um Erfahrungen auszutauschen und über Gegenstrategien nachzudenken. „Unser Verständnis ist, dass wir nicht nur Interessenvertretung unserer Mitglieder sind“, sagte Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender, in seiner Begrüßung. „Wir sehen Bildungspolitik immer auch im gesellschaftspolitischen Rahmen.“ Und dazu gehöre nicht zuletzt: die klare und entschlossene Abgrenzung gegen Rechtsextreme.

Mit Blick auf die Hochschulen hat das häufig überstrapazierte „Wehret den Anfängen“, anders als in anderen Bereichen der Gesellschaft, durchaus noch seine Berechtigung. Selbst in Halle ist von rechten Aktivitäten an der Uni kaum etwas zu bemerken, wie Lukas Wanke, Vorsitzender des Studierendenrats, berichtete. Dabei ist die Hochschule eine der ganz wenigen im Lande, bei der die gleichermaßen AfD- wie „Identitären“-nahe „Campus Alternative“ bei Wahlen ein Mandat gewonnen hat. „Das ist eher ein Marketing-Gag“, sagte Wanke. „An tatsächlicher Hochschulpolitik haben sie kein Interesse.“ [...]

Den vollständigen Bericht könnt Ihr hier lesen.


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