Deutscher Gewerkschaftsbund

17.01.2019

100 Jahre Frauenwahl – Viel erreicht und noch viel zu tun

Am Samstag feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht. Am 19. Januar 1919 gingen zum ersten Mal Frauen in Deutschland an die Wahlurnen und markierten damit einen Meilenstein in der Geschichte der Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Für dieses Recht hatten viele mutige Frauen und die Arbeiterbewegung lange gekämpft.

Frauentags-Logo 2018: 100 Jahre Frauenwahlrecht - Wir haben viel erreicht!

DGB

Zu niedriger Frauenanteil in Parlamenten

Seitdem haben Frauen viel erreicht: Das Rollenbild, das Frauen auf brave Hausfrauen und Mütter reduziert, hat weitestgehend ausgedient und die Teilhabe von Frauen auf dem Arbeitsmarkt wächst stetig. Und dennoch bleiben große Herausforderungen. Unsere Parlamente sind so männlich wie lange nicht mehr. Sowohl im NRW-Landtag als auch im Bundestag sind deutlich weniger als ein Drittel der Abgeordneten weiblich. Bei FDP und AfD sind es sogar weit unter 20 Prozent. Damit sind Frauen bei der politischen Gestaltung unseres Landes stark unterrepräsentiert. Zudem versuchen rechtspopulistische Kräfte die Zeit zurückzudrehen. Sie propagieren ein Rollenverständnis von vorgestern und wollen Frauen wieder in enge Schranken weisen.

Benachteiligung von Frauen auf Arbeitsmarkt führt zu Altersarmut

Trotz großer Fortschritte ziehen Frauen auf dem Arbeitsmarkt immer noch den Kürzeren. Die heutige Frauengeneration ist die bestausgebildetste aller Zeiten und dennoch haben es Frauen nach wie vor schwerer, sich in der Arbeitswelt durchzusetzen. Minijobs, kurze Teilzeitbeschäftigungen und befristete Arbeitsverhältnisse werden überwiegend von Frauen ausgeübt und auch bei den Karrierechancen haben sie das Nachsehen. Beim Gehalt klafft eine große Lücke: Der Unterschied zwischen Frauen und Männern liegt seit Jahren bei rund 22 Prozent. Die Konsequenz zeigt sich im Alter: Die Altersrente von Frauen in NRW ist nur halb so hoch wie die der Männer.

Ausbau der Kinderbetreuung und familienfreundliche Arbeitszeiten Schlüssel für Chancengleichheit

Wir vergeuden ein enormes Potenzial an Talent, Leistung und Kreativität, wenn wir Frauen weiterhin als Beschäftigte zweiter Klasse behandeln. Unternehmen und Verwaltungen müssen alles daran setzen, Chancengleichheit in der Berufswelt zu realisieren. Darüber hinaus brauchen wir einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung und familienfreundlichere Arbeitszeiten, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.

 

Der Deutsche Frauenrat fordert die Parteien auf, im Rahmen von Wahlrechtsreformen sicherzustellen, dass Männer und Frauen je zur Hälfte die Mandate in den Parlamenten innehaben – sowohl bei Listenmandaten als auch bei Direktmandaten. Auch DGB-Bezirksfrauensekretärin Marlene Seckler hat die Unterschriftenaktion unterzeichnet. Unterstützt auch ihr die Online-Petition "Mehr Frauen in die Parlamente" mit eurer Unterschrift.


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