Deutscher Gewerkschaftsbund

29.05.2015

Plus von 3000 Ausbildungsverträgen: Kleiner Schritt in richtige Richtung beim Ausbildungskonsens

Angesichts von 20.000 unversorgten Jugendlichen sind 3000 zusätzliche Ausbildungsplätze nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Angesichts von 20.000 unversorgten Jugendlichen sind 3000 zusätzliche Ausbildungsplätze nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. DGB NRW

Nach zähen Verhandlungen haben sich am 28. Mai die Partner im Ausbildungskonsens darauf geeinigt, dass im kommenden Ausbildungsjahr in Nordrhein-Westfalen 3000 Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen werden als im Vorjahr. Im Ausbildungskonsens bemühen sich Kammern, Arbeitgeber, Landesregierung, Arbeitsagentur und DGB NRW seit November letzten Jahres um eine Zielvorgabe für das kommende Ausbildungsjahr. Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender DGB NRW, sieht in der jetzt getroffenen Vereinbarung einen "kleinen, aber wichtigen Schritt in die richtige Richtung". Zum ersten Mal ist es gelungen, konkrete Zielabsprachen zu vereinbaren. Von der Lösung des Problems sind wir dennoch weiterhin meilenweit entfernt.

Bewegung erst durch DGB-Forderung nach Ausbildungsumlage

Die bisherigen Verhandlungen waren daran gescheitert, dass Arbeitgeber und Kammern sich strikt geweigert hatten, konkrete Zusagen zu machen. Die Forderung des DGB, eine Ausbildungsumlage auf Landesebene einzuführen, hat nun endlich Bewegung in die Diskussion gebracht. So hatten die Arbeitgeber zwar in der letzten Spitzenrunde des Ausbildungskonsenses im März weiterhin eine zentrale Zielvorgabe abgelehnt, erklärten sich aber bereit, regionale Handlungspläne auszuarbeiten. Diese Pläne beinhalten Prognosen zur Erhöhung des Angebots an Lehrstellen in den unterschiedlichen Regionen Nordrhein-Westfalens. Sie waren Basis der gestrigen Verhandlungen.

Rund 3 Prozent mehr Ausbildungsplätze in NRW

Im Ergebnis ergeben sich folgende aggregierte Zahlen:

  • 3219 zusätzliche Ausbildungsstellen (+3,1 %) sollen in NRW angeboten und den Arbeitsagenturen gemeldet werden.
  • Bis zum 30. September 2015 sollen so 3000 Ausbildungsverträge mehr abgeschlossen werden.
  • Damit wäre ein Bestand von 120.400 eingetragen Ausbildungsverhältnissen zu erwarten.

Positiv ist, dass die getroffene Vereinbarung auf zusätzliche Ausbildungsplätze setzt. Es geht also nicht darum, mehr der ohnehin vorhandenen Plätze bei der Arbeitsagentur zu melden.

Neue Ausbildungsstellen auch in Betrieben, die bisher nicht ausbilden

Diese neuen Ausbildungsstellen sollen im Wesentlichen in folgenden Betrieben geschaffen werden:

  • Betriebe, die ihre Ausbildungsplätze schon im letzten Jahr reduziert haben,
  • Betriebe, die nicht ausbilden, aber eine Ausbildungsberechtigung haben,
  • neu gegründete Betriebe, die bisher nicht ausbilden, und
  • Betriebe von Menschen mit Migrationshintergrund.
Bescheidene Ziele müssen jetzt umgesetzt werden

Worauf es jetzt ankommt ist, die Vereinbarung in die Wirklichkeit umzusetzen. Nur dann können im anstehenden Ausbildungsjahr tatsächlich 3000 Jugendliche mehr durch eine Ausbildung den Grundstein für ein selbstbestimmtes Leben legen. Da die Ziele bescheiden sind, sollte das Ergebnis auch erreichbar sein.

Auswertung im Herbst

Auf Vorschlag des DGB wird der Ausbildungskonsens bei einem Spitzengespräch im Herbst Erfolge und Misserfolge auswerten. Bleiben wir im Ergebnis deutlich unterhalb der Ziellinie, wird sich der DGB NRW wieder für eine gesetzliche Ausbildungsumlage einsetzen.


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