Deutscher Gewerkschaftsbund

15.03.2023

ver.di: Der große Gehaltsreport für studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte in NRW

Stand: Wintersemester 2022/2023

Verdienst du an der Hochschule, was du verdienst? Für rd. 35.600 studentische Beschäftigte ist das keine Selbstverständlichkeit. Denn sie dürfen über ihr Gehalt nicht mitentscheiden. Ihnen wird das vorenthalten, was für andere Beschäftigte selbstverständlich ist: Ein Tarifvertrag, der ihre Arbeitsbedingungen regelt.

Die gelebte Praxis: Willkür statt Berechenbarkeit

An den Hochschulen in NRW findet für die Arbeitsverhältnisse der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) Anwendung. Der Arbeitgeber kann die Arbeitsbedingungen und das Gehalt also nicht einseitig diktieren. Stattdessen ist die Hochschule an den Tarifvertrag mit der Gewerkschaft ver.di gebunden und muss mindestens die dort vereinbarten Bedingungen einhalten.

Doch davon gibt es eine fatale Ausnahme: Wer als studentisch Beschäftigter im Bereich Forschung und Lehre und damit zusammenhängenden Verwaltungstätigkeiten arbeitet, für den findet der TV-L keine Anwendung. Die Folge: Schlechtere Arbeitsbedingungen, wie z.B. weniger Urlaub und deutlich weniger Gehalt.

Statt berechenbarer Arbeitsbedingungen gilt für studentisch Beschäftigte: Das Gehalt wird von der jeweiligen Hochschule einseitig festgesetzt. So ist in NRW ein ungerechter Wildwuchs entstanden. Viele Beschäftigte erhalten nur den gesetzlichen Mindestlohn, bei anderen ist nicht Tätigkeit und Leistung entscheidend, sondern der jeweilige Arbeitsort. Dies zeigt der hier erstmals veröffentlichte große Gehaltsreport für studentisch Beschäftigte an Hochschulen in NRW.

2023 – Das Jahr, in dem wir entscheiden!
Her mit dem TVStud!

Seit über 30 Jahren blockieren die Finanzminister der Länder über den Arbeitgeberverband TdL einen Tarifvertrag für studentisch Beschäftigte. Doch diese Blockade bröckelt! Im Rahmen der Tarifrunde der Länder 2021 kam es erstmals in der Geschichte zu bundesweiten Streiks. Mit Erfolg! In über 30 Städten sind TVStud-Initiativen entstanden – Tendenz steigend. Auch die CDU-Grünen geführte NRW-Landesregierung spricht sich für die Tarifierung studentisch Beschäftigter aus. Diesen Worten müssen nun Taten folgen: 2023 kommen die Arbeitgeber an diesem Thema nicht vorbei!

Damit wir erfolgreich sind, müssen wir viele sein.
Also sei auch Du dabei!

 


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
ver.di: TVStud Tarifinfo #5: Verhandlungsergebnisse
Zu Beginn der Verhandlungen zeigte sich dasselbe Bild wie in der zweiten Runde: An die Koalitionsversprechen zu einem TVStud wollten sich in der TdL weder Vertreter*innen der SPD, Grünen noch CDU erinnern – auch um den Preis, studentische Beschäftigte weiterhin in ihren prekären Arbeitsbedingungen zu belassen. weiterlesen …
Artikel
ver.di Jugend: Jetzt oder nie - Forderungsbefragung für studentische Beschäftigte in der Tarifrunde öffentlicher Dienst der Länder!
Im Oktober startet die nächste Tarifrunde – jetzt kommt es drauf an! Für uns bietet sich damit die historische Chance, dass unsere Arbeitsbedingungen deutlich verbessert werden und unsere Arbeit die gleiche Anerkennung erfährt wie die der anderen Beschäftigten. Wenn wir diese Chance jetzt ergreifen und uns organisieren, dann erkämpfen wir uns einen Tarifvertrag für Studentische Beschäftigte (TVStud). weiterlesen …

Top-Links

Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter halten Fahnen hoch: Grafik
DGB