Deutscher Gewerkschaftsbund

02.05.2013

DGB NRW beim Arbeitnehmerempfang der Stadt Wesel am 30. April 2013

Teilnehmer AN-Empfang

Arbeitnehmerempfang 2013 in Wesel: DGB-Vorsitzender Jürgen Kosmann, Achim Vanselow (DGB NRW), Ulrike Westkamp (Bürgermeisterin Stadt Wesel), Norbert Meesters (MdL), Staatssekretär Ulrich Krüger. Foto: Bärbel Reinig-Bender

„Die großen Herausforderungen für den Standort NRW mit guter Arbeit anpacken“

Am Vorabend des 1. Mai 2013 lud die Bürgermeisterin der Stadt Wesel, Ulrike Westkamp, zum Arbeitnehmerempfang ins Rathaus. Gemeinsam mit Wesels DGB-Chef Jürgen Kosmann durfte sie rund 50 Gäste aus Unternehmen, Arbeitnehmervertretungen und Politik begrüßen. In ihrer Begrüßungsrede griff die Bürgermeisterin das diesjährige Motto des DGB zum 1. Mai auf: „Gute Arbeit – Sichere Renten – Soziales Europa“ und unterstrich u.a. die herausragende Bedeutung von Bildung zur Fachkräftesicherung in der Region.

Als Hauptredner fungierte in diesem Jahr Achim Vanselow, Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Strukturpolitik beim DGB NRW. Er wies einleitend auf die Herausforderungen hin, vor die uns die nach wie vor virulente europäische Vielfachkrise stellt und umriss den Vorschlag des DGB für einen „Marschallplan für Europa“. An die Stelle einer perspektivlosen Sparpolitik auf Kosten der europäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müsse eine Investitionspolitik für die nächste Dekade treten, an deren Ende die Modernisierung der europäischen Volkswirtschaften stehe. Gerade angesichts der neuen „Roadmap für Reformen“ („Van-Rompuy-Plan“) für eine stärkere wirtschaftspolitische Koordinierung müssten die Gewerkschaften alarmiert sein. „Tarifverhandlungen bleiben unsere Sache“. Eine europäische Agenda-Politik durch die Hintertür dürfe es nicht geben.

Auch am deutschen Arbeitsmarkt liege vieles im Argen. Schuften für einen Niedriglohn, Unsicherheit und unfreiwillige Teilzeit – das präge den Arbeitsalltag vieler Menschen. Notwendig sei eine „neue Ordnung der Arbeit“. Dazu gehörten ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn, das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ in der Leiharbeit und eine Reform der Minijobs.

Es gehe aber auch um die Qualität der Arbeit. „Arbeit darf nicht krank machen“, so Vanselow. Handlungsbedarf bestehe besonders bei den zunehmenden arbeitsbedingten psychischen Belastungen, bei der Prävention im Betrieb, aber auch bei der Kontrolle schon existierender Regelungen. Es gebe durchaus auch positive Beispiele aus der Praxis, wo Unternehmensleitungen, Interessenvertretung und Beschäftigte gemeinsam das Thema „Gute Arbeit“ anpacken. Als gutes Beispiel für eine gemeinsame Initiative von Gewerkschaften, Arbeitgebern und Landesregierung nannte er die gerade gestartete „Initiative Demografie Aktiv“.

Wie wichtig eine nachhaltige alters- und alternsgerechte Gestaltung von Arbeit unter den Vorzeichen des demografischen Wandel ist, illustrierte Vanselow am Beispiel der Herausforderungen durch die Energiewende. Innovationsfähigkeit werde immer wichtiger für die Sicherung des Standortes NRW. Eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg sind qualifizierte und motivierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Im Wettbewerb um Fachkräfte werden zukünftig diejenigen Unternehmen erfolgreich sein, die gute Arbeit anbieten.


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