Deutscher Gewerkschaftsbund

01.02.2021
Schule muss ein Ort für kritische Bildung bleiben

Kampagnenaufruf: Das Fach Sozialwissenschaften erhalten.

Für eine kritische Bildung – gegen Wirtschaftsinteressen in der Schule!


Liebe Lehramts-Studis, liebe Kommiliton*innen, liebe Unterstützer*innen politischer Bildung, 

wir alle beobachten momentan mit Sorge die Entwicklungen rund um das Fach “Sozialwissenschaften”. Trotz - oder gerade wegen der Stellungnahme des Ministeriums - sehen wir es als unbedingt erforderlich an, unsere Stimmen weiterhin zu erheben. Dies liegt zunächst daran, dass das Statement keinesfalls zufriedenstellend sein kann. Das Ministerium flüchtet sich in verklausulierte Sprache und geschickte Formulierung. Nachteile für die Lehramtsstudierenden der Sozialwissenschaften sind erwartbar, schließlich schafft das Ministerium durch Zertifikatskurse, Erweiterungsstudiengänge und das neue Studienfach “Wirtschaft/Politik” eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der sozialwissenschaftlichen Lehrer*innenbildung. Dies kann nur durch Aufhalten der Verordnung oder ein echtes Bekenntnis des Ministeriums gestoppt werden. Auch die Kommunikationsweise und Öffentlichkeitsarbeit der Verantwortlichen ist inakzeptabel. Der Widerstand gegen die Verordnung war abzusehen, aufklärende Worte kamen erst drei Monate nach Veröffentlichung des Entwurfes.

Am schwerwiegendsten ist unserer Ansicht nach jedoch die inhaltliche Neuausrichtung, sowohl des Studien- als auch des Schulfaches “Wirtschaft/Politik”. Das in der Sekundarstufe I bereits eingeführte Fach, hat die inhaltliche Neuausrichtung bereits durchschritten. Wirtschaftliche Themen haben dabei im neuen Kernlehrplan einen deutlichen Überhang, politische und soziologische Themenfelder wurden zurückgedrängt. Wir setzen uns gegen die einseitige ökonomische Ausbildung der Schüler*innen ein. Ökonomischen Lehrinhalten, sowohl an Schule als auch an der Universität, fehlt weiterhin die kritische Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Logik. Kritik an wirtschaftlichen Verhältnissen und kapitalistischen Zwängen findet sich fast nur in politischer und soziologischer Bildung. Eine Stärkung der wirtschaftlichen Anteile führt also zwingend zu einer undifferenzierteren kapitalistischen Bildung. Dagegen wollen wir, hoffentlich mit euch gemeinsam, vorgehen.

Dieser Aufruf soll keine einfache Petition sein, sondern der Beginn einer Kampagne. Wir haben dazu eine zweigleisige Kampagne geplant, mit der wir das Schulministerium unter Druck setzen wollen. 

[Den restlichen Text hier lesen.]

Eure Fachschaften Politik und Soziologie der Uni Münster

 

Die Petion könnt ihr hier unterzeichenen.
Im Anhang befindet sich der Offener Brief zur Änderung der Lehramtszugangsverordnung.

 


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