Deutscher Gewerkschaftsbund

10.06.2021
CDU und FDP ist ökonomische wichtiger als politische Bildung

GEW NRW kritisiert neue LZV und begrüßt Versprechen von SPD und Grünen!

Am Mittwoch, 9. Juni 2021, wurde im Schulausschuss des Landtages NRW deutlich, dass CDU und FDP ökonomische Bildung wichtiger ist als politische Bildung, denn sie setzten die inhaltliche Neuprofilierung des Studiengangs „Sozialwissenschaften“ durch und verabschiedeten die breit kritisierte Änderung der Lehramtszugangsverordnung. Anlass zur Hoffnung aus Sicht der GEW NRW gibt die Ankündigung von SPD und Grünen, diese Änderung im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Landtagswahl 2022 wieder zurückzunehmen.

Die GEW NRW hat den Prozess der Novellierung der Lehramtszugangsverordnung kritisch und gemeinsam im Bündnis #SowiBleibt begleitet. Trotz einer großen Opposition und etlichen Bedenken von Schüler*innen, Eltern, Studierenden, Lehrer*innen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft hat die Landesregierung den breiten Widerstand ignoriert. „Anstatt politische Bildung zu stärken, haben sich CDU und FDP für mehr Wirtschaft im Unterricht stark gemacht. Das ist in Zeiten zunehmenden Rechtspopulismus und -extremismus ein falsches Signal“ kritisierte Ayla Çelik, stellvertretende Vorsitzende der GEW NRW. Zu befürchten ist, dass die Soziologie als Teildisziplin der Sozialwissenschaften (SoWi) marginalisiert wird und damit die Lehramtsstudiengänge entprofessionalisiert und fachlich entwertet werden. „Unsere Demokratie muss in der Schule gestärkt werden. Dafür brauchen wir aktuell ein Mehr an politischer Bildung und nicht ein Mehr an Wirtschaft“, so Ayla Çelik weiter.

SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzten ein klares Zeichen: Beide Parteien richteten ihren Blick in die Zukunft und versprachen, die Sozialwissenschaften kommen wieder. Sie wollen „nach einer erfolgreichen Landtagswahl im kommenden Jahr (…) diesen Fehler schnellstmöglich rückgängig machen.“  Die GEW NRW begrüßt dieses Versprechen: „Das ist ein starkes Signal der beiden Parteien und ein klares Zeichen Richtung Landtagswahl,“ so Ayla Çelik. Sie fügte hinzu: „Diesen Schritt begrüßen wir ausdrücklich! Er ist aber auch Verpflichtung, in einer Regierung die versäumte Stärkung politischer Bildung endlich vorzunehmen.“


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