Deutscher Gewerkschaftsbund

11.11.2022
Wissenschaftszeitvertragsgesetz

DGB: Arbeit in der Wissenschaft muss fair sein

Plädoyer für eine Reform des Befristungsrechts

Unsicherheit und Zukunftsängste, Stress und zugespitzte Abhängigkeitsverhältnisse prägen den Alltag von Wissenschaft als Beruf. Obwohl inzwischen der Großteil von Forschung und Lehre von Wissenschaftler*innen ohne Professur gestemmt wird, sind verlässliche Arbeitsverhältnisse und berechenbare Perspektiven in der Regel nur für Professor*innen vorgesehen. Gewerkschaften fordern Nachbesserungen beim Wissenschaftszeitvertragsgesetz.

Anlässlich der der Diskussionen um gute Beschäftigungsbedingungen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordert der DGB, gemeinsam mit ver.di, der GEW und weiteren Netzwerken mehr Planbarkeit und Chancengleichheit der Berufswege in der Wissenschaft.

„Der deutsche Wissenschaftsbereich steht zunehmend in Konkurrenz mit der Wirtschaft und mit ausländischen Forschungsinstitutionen. Doch im deutschen Wissenschaftssystem sind prekäre Beschäftigung, unsichere Perspektiven und hohe Anteile unbezahlter Mehrarbeit seit Jahren gang und gäbe. So lassen sich Spitzenkräfte und Spitzenforschung kaum halten,“ kritisiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.

Mehrheit der Wissenschaftler*innen arbeiten befristet
In einer Befragung zum DGB-Hochschulreport 2020 gaben 78 Prozent der befragten Wissenschaftler*innen an, dass sie befristet beschäftigt sind. Weitere 16 Prozent sagten, dass sie in der Mitarbeit im Bereich Technik und Verwaltung befristete Arbeitsverträge haben. Nach 12 Jahren an der gleichen Hochschule ist Schluss mit solchen Verträgen. Dann kann es keine Befristung mehr geben. Das führt jedoch in den wenigsten Fällen zu einer festen Stelle, sondern überwiegend zu einer neuen unbefristeten Anstellung an einer anderen Hochschule.

Diese Bedingungen gilt es laut Hannack rasch zu verbessern: „Gute Forschung und Lehre brauchen endlich anständige Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen. Dazu gehören mehr Dauerstellen für Daueraufgaben, planbare Entwicklungsperspektiven und Karrierewege sowie mehr Vollzeitstellen.“


 Unser Plädoyer zum Download:

 

Unterzeichnende Organisationen:
bukof Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen
DGB Deutscher Gewerkschaftsbund
DGJ Deutsche Gesellschaft für Juniorprofessur
fzs freier zusammenschluss von student*innenschaften
GEW Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Helmholtz Juniors Netzwerk der Promovierenden der Helmholtz Gemeinschaft
Leibniz PhD Network Netzwerk der Promovierenden der Leibniz Gemeinschaft
NGAWiss Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft
ver.di Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
respect science Verein für neue Anreize in der Wissenschaft


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