Deutscher Gewerkschaftsbund

04.11.2011

Ausbildungsreport 2011 der DGB Jugend NRW

Von einer guten Ausbildung hängt es ab, ob junge Menschen erfolgreich ins Berufsleben starten können. Aber nicht nur für die Jugendlichen selbst ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung wichtig. Auch die Zukunft des Wirtschaftsstandortes NRW ist – gerade in Zeiten des nahenden Fachkräftemangels – von gut ausgebildetem Nachwuchs abhängig.

Um zu überprüfen, ob Schulen und Betriebe ihrer Verantwortung nach guten Ausbildungsbedingungen nachkommen, hat die DGB Jugend NRW auch in diesem Jahr ihren Ausbildungsreport vorgelegt. Knapp 900 Auszubildende in den 25 häufigsten Ausbildungsberufen wurden nach ihrer Zufriedenheit und der Qualität ihrer Ausbildung befragt. Die Betroffenen beurteilen also aus eigener Erfahrung, was gut läuft und an welchen Stellen es Verbesserungsbedarf gibt. Der Ausbildungsreport bietet damit auch Berufsanfängerinnen und -anfängern eine Orientierungshilfe, denn bei der Entscheidung für einen Ausbildungsberuf kann die Erfahrung der jetzigen Azubi-Kolleginnen und -Kollegen sehr hilfreich sein.

Auch in diesem Jahr kommt der Ausbildungsreport zu dem Ergebnis, dass der überwiegende Teil der Befragten mit der Qualität seiner Ausbildung zufrieden ist. Dies ist grundsätzlich sehr erfreulich, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es nach wie vor gravierende Mängel gibt. Immer noch müssen Auszubildende – je nach Beruf und Betriebsgröße in unterschiedlicher Häufigkeit – ausbildungsfremde Tätigkeiten verrichten und es fehlt zum Teil an ausreichender Betreuung durch Ausbilderinnen und Ausbilder. 30 Prozent der befragten Frauen und Männer müssen regelmäßig Überstunden ableisten und drei von vier Auszubildenden erwarten, nicht übernommen zu werden. Die Unsicherheit über die eigene Zukunft ist bei vielen Befragten in NRW so groß, dass sie eine persönliche Lebensplanung als nahezu unmöglich beschreiben.

Auch Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz sind leider weiterhin keine Seltenheit. 10,3 Prozent der befragten Auszubildenden gaben an, schon einmal eine Ausbildung abgebrochen zu haben. Als Grund geben die jungen Frauen und Männer vorwiegend Konflikte mit den Ausbilderinnen und Ausbildern an. Es ist anzunehmen, dass die Vielzahl von Ausbildungsabbrüchen durch eine höhere Qualität der Ausbildung verringert werden könnte.

Bisher wurde zu wenig getan, um die Missstände in den Griff zu bekommen. Die DGB Jugend NRW fordert Aufsichtsbehörden, Kammern und Gewerbeaufsicht erneut auf, schneller und beherzter gegen schlechte Ausbildungsbedingungen in Betrieben vorzugehen. Die öffentliche Hand ist in der Verantwortung, die Ausbildungsstandards auch in den außerbetrieblichen Ausbildungsangeboten einzuhalten. Das Recht auf eine gute berufliche Perspektive muss endlich für alle jungen Menschen durchgesetzt werden.

Der Ausbildungsreport 2011 zum Download:


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