Deutscher Gewerkschaftsbund

18.04.2016

Klimaschutz-Politik in hochindustrialisierten Regionen

Beispiel der Region Norrbotten in Nordschweden

Die klimapolitischen Ziele stellen nicht nur NRW, sondern alle hochindustrialisierten Regionen Europas vor große Herausforderungen. Der DGB NRW beteiligt sich deshalb an einem internationalen Projekt des Europäischen Gewerkschaftsbundes (ETUC) zu folgenden Fragen:

  • Wie kann Klimaschutz in Regionen mit einem hohen Industrie-Anteil erfolgreich umgesetzt werden?
  • Welche Rolle spielen Gewerkschaften in diesem Übergangsprozess?  
Mit Forschung und Entwicklung Strukturwandel schaffen

Laut dem Hintergrund-Report für die Region Norrbotten dominieren in der größten Provinz Schwedens die Förderung von Rohstoffen und die Industrie. Nachdem die Region lange als Krisenregion galt, ist es ihr nicht zuletzt dank der Ansiedlung von Forschungs- und Entwicklungszentren gelungen, einen positiven Strukturwandel einzuleiten. Heute liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf über dem Landesdurchschnitt. Nähere Informationen liefert das folgende Reference Document.

Syndex: Industrial Regions and Climate Change Policies (PDF, 3 MB)

Reference document for the Province of Norrbotten. Author: Andrzej Jakubowski, Syndex office in Brussels

Ehrgeizige Klimaschutz-Ziele in Schweden

75 Prozent des Primär-Energie-Verbrauchs entfallen auf die Industrie. Norrbotten gehört zugleich zu den schwedischen Regionen mit den höchsten Emissionswerten. Seit den 1990er Jahren hat Schweden seine CO2-Emissionen erheblich reduziert. Dies kann einerseits mit dem Energie-Mix und der wirtschaftlichen Entwicklung (Folgen der internationalen Wirtschaftskrise), aber auch mit Maßnahmen der Klimaschutz-Politik erklärt werden. Zu letzterem gehören unter anderem die Steuerpolitik und Effizienz-Programme. Schweden hat sich ambitionierte nationale Klimaschutz-Ziele gesetzt, die über internationale Vereinbarungen zum Klimaschutz hinausgehen.

Neue Technologien nötig für Ziel-Erreichung

Um diese Ziele zu erreichen, sind neue Technologien notwendig. Hier hat sich die Lulea University of Technology als starker Treiber erwiesen. Heute sind zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsinitiativen auf dem Weg, um den Übergang technologisch voranzubringen. Einige Projekte werden in dem Report kurz vorgestellt.

Schwedische Gewerkschaften unterstützen Klimaschutz-Politik

Schwierig ist es, den Einfluss der Klimaschutz-Politik auf die Beschäftigung und auf soziale Effekte klar zu benennen. Positive Effekte sind insbesondere für den Bereich der Umwelt-Wirtschaft zu erkennen.

Die traditionell starke Gewerkschaftsbewegung in Schweden unterstützt den Kurs einer ambitionierten Klimaschutz-Politik. Auch die schwedischen Gewerkschaften knüpfen den Übergang in eine kohlenstoffarme Wirtschaft an Bedingungen. Dazu gehört im Besonderen, dass Industrie-Unternehmen nicht überfordert werden dürfen. Aus gewerkschaftlicher Perspektive ist ein echter politischer Wille die Voraussetzung für die Umsetzung einer Low Carbon-Politik, bezogen sowohl auf eine klare industriepolitische Strategie als auch auf eine faire Lasten-Verteilung bei der Finanzierung dieser Politik.

Mehr Beispiele aus Europa

Region Oberschlesien, Polen


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