Deutscher Gewerkschaftsbund

11.05.2016

Bessere Arbeitsbedingungen an Unis und Fachhochschulen in NRW

Personalräte von GEW und ver.di erreichen Verbesserungen für Hochschul-Beschäftigte

Damit Hörsääle gute Arbeitsplätze sind, braucht es einen starken Personalrat. (Foto: CC BY-SA Ian Barbour)

Damit Hörsääle gute Arbeitsplätze sind, braucht es einen starken Personalrat. CC BY-SA Ian Barbour

Bis Mitte Juni 2016 finden in NRW Personalratswahlen statt. Die Kandidatinnen und Kandidaten von GEW und ver.di wollen sich auch künftig im Personalrat für die Interessen der Beschäftigten an Hochschulen einsetzen. In dieser Liste zeigen sie, was sie bisher erreicht haben.

Der Rahmen-Kodex Gute Beschäftigungsbedingungen für das Hochschulpersonal wurde von allen Hochschul-Leitungen vertraglich unterzeichnet. Dies ist der Ansatz, mit dem wir weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen an den Hochschulen in NRW gestalten können.

Was haben wir erreicht? Hochschul-Leitungen, Wissenschaftsministerium und Personalräte haben sich auf konkrete Maßnahmen verständigt, darunter folgende Regeln:

  • Jede Hochschule in NRW ist nun verpflichtet, ein Personal-Planungskonzept aufzustellen, das Dauerstellen klar definiert. Das ist die Basis, um weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu entfristen.
  • Die Hochschule muss ihr Gesundheits-Management ausbauen, Konzepte dazu entwickeln und entsprechende Dienst-Vereinbarungen anstreben, um die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten und zu stärken.
  • Sachgrundlose Befristungen nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz müssen nun dem zuständigen Personalrat gegenüber begründet werden. So bekommen die örtlichen Personalräte ein Instrument an die Hand, um jede sachgrundlose Befristung zu prüfen.
  • Beim Wechsel von Tarif-Beschäftigten zwischen NRW-Hochschulen haben wir eine Besitzstands-Wahrung bei der Eingruppierung einschließlich der Bewährungsaufstiege erreicht.
  • Für die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konnten Regeln für weniger und längere Befristungen durchgesetzt werden. So sollen Postdoc-Verträge nun eine Laufzeit von mindestens drei Jahren haben. Auch Beschäftigungs-Verhältnisse zur Promotion sollen eine Gesamt-Laufzeit von insgesamt drei Jahren haben. In dieser Zeit dürfen nicht mehr als zwei Arbeitsverträge geschlossen werden, von denen der erste eine Mindest-Laufzeit von einem Jahr hat. Eine Stückelung in mehrere Drei- oder Vier-Monatsverträge ist damit nicht mehr möglich.
  • In der Sprachen-Ausbildung, insbesondere in den Standard-Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch, sollen hauptamtliche Lehrpersonen eingestellt werden, sodass sich auch dauerhafte Anstellungs-Perspektiven für die heute als Solo-Selbständige arbeitenden Lehrbeauftragten bieten werden.

Der Kodex Gute Arbeit wird evaluiert und weiterentwickelt. Die Personalräte von GEW und ver.di werden in der vom Wissenschaftsministerium eingesetzten ständigen Kommission weiter an Verbesserungen der Arbeitsbedingungen an den Hochschulen arbeiten.

Mit dem Vertrauen und der Unterstützung der Beschäftigten werden wir weitere Fortschritte für Gute Arbeit an Hochschulen erreichen.

 

Rahmenkodex Gute Beschäftigungsbedingungen für das Hochschulpersonal (2015) (PDF, )

Wissenschaftsministerium und Hochschulvertreter haben einen bindenden Kodex für gute Arbeit entwickelt und am 3. Juni 2015 verabschiedet.

Mehr Infos zum Thema Hochschul-Politik in NRW bietet auch unser Hochschulblog.


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Bildergalerie
Personalrätekonferenz 2018: Digitalisierung im öffentlichen Dienst
Rund 300 Teilnehmende nutzten die Landespersonalrätekonferenz am 10. Oktober 2018, um sich zu dem Thema Digitalisierung im öffentlichen Dienst zu informieren. Schauen Sie sich hier die Fotos der Veranstaltung an. zur Fotostrecke …
Pressemeldung
DGB NRW begrüßt Ankündigung des Finanzministers zur Beamtenbesoldung
Wir begrüßen, dass sich die Landesregierung endlich zur Übertragung des Tarifergebnisses auf die Beamtinnen und Beamten sowie Versorgungsempfängerinnen und -empfänger geäußert hat. Die Ankündigung des Finanzministers, dem Kabinett eine 1:1-Übernahme vorzuschlagen, ist das richtige Signal. Zur Pressemeldung

Top-Links