Deutscher Gewerkschaftsbund

02.07.2024

Veranstaltungsrückblick: NRW auf dem Weg vom Ausbildungskonsens zur Ausbildungsgarantie?!

Die Lage auf dem NRW-Ausbildungsmarkt ist paradox. Obwohl viele Betriebe nach Arbeits- und Fachkräften suchen, bleiben jedes Jahr tausende Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. Wie es gelingen kann, diese Situation zu verbessern, darüber haben wir am 26. Juni in der Handwerkskammer Düsseldorf diskutiert. Mit dabei war auch NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, der in seiner Rede eine Bilanz der Arbeit des NRW-Ausbildungskonsens zog. Bei der anschließenden Podiumsrunde stellten Vertreter*innen der ausbildungsmarktpolitischen Akteure aus NRW ihre Sicht auf die Ausbildungssituation in NRW dar und brachten ihre Konzepte ein.

Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, forderte in den Regionen mit einem Bewerber*innenüberhang deutlich mehr betriebliche Ausbildungsplätze: „Es ist ein Armutszeugnis, dass Arbeitgeber über den Fachkräftemangel klagen, aber nur jedes fünfte Unternehmen in NRW überhaupt ausbildet.“  Die Landesregierung sei in der Pflicht, dort Rahmenbedingungen zu schaffen, wo der Markt versage. „Eine umfassende Ausbildungsgarantie muss ebenso her, wie ein umlagefinanzierter Zukunftsfonds, der die Ausbildungskosten fairer unter allen Betrieben verteilt.“ Viele der unversorgten Jugendlichen landeten im sogenannten Übergangssystem an den Berufskollegs, so Weber weiter. „Hier endet der Berufseinstieg häufig, bevor er überhaupt begonnen hat. Das Übergangssystem muss daher so umgestaltet werden, dass es endlich hält, was es verspricht: einen systematischen Übergang in die Berufsausbildung.“

Im Anschluss an die Veranstaltung fand die Verabschiedung von Norbert Wichmann, Abteilungsleiter für Bildung, berufliche Bildung und Handwerk beim DGB NRW, in den Ruhestand statt.


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