Deutscher Gewerkschaftsbund

28.09.2022

GEW NRW: Energie sparen, aber nicht auf Kosten der Studierenden

Energiekrise wirkt sich auch auf Hochschulen aus

Die Wissenschaftsministerin hat angesichts der Energiekrise am heutigen Dienstag zusammen mit der Landesrektorenkonferenz auf den Start des Semesters geblickt. Dabei haben sich die Hochschulen freiwillig dazu verpflichtet mindestens 20% Energie einzusparen.

Die Auswirkungen der Energiekrise auf die Studierenden sollen möglichst gering bleiben – so soll die Einsparung vor allem aus niedrigeren Heiztemperaturen resultieren. Die Bildungsgewerkschaft GEW NRW begrüßt, dass das anstehende Wintersemester grundsätzlich in Präsenz stattfinden soll: „Nach über zwei Jahren Pandemie ist es wichtig, möglichst viel Normalität an den Hochschulen zu ermöglichen. Für die Beschäftigten und die Studierenden waren die letzten Semester in besonderer Weise herausfordernd – viel zu oft wurde die Hochschule von der Politik bei Corona-Maßnahmen vergessen,“ so Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW. Aus diesem Grund darf es auf keinen Fall passieren, dass auch die Energiekrise zu Lasten der Hochschulen geht. „Es ist richtig, dass die Lehre nicht aus der Präsenz wieder ins Digitale verschoben wird, um Energie zu sparen. Dennoch sind die Studierenden angesichts steigender Lebenshaltungskosten und der massiven Inflation besonders belastet. Die Politik hat die Aufgabe, Entlastungen zu schaffen und Präsenz an den Hochschulen zu garantieren. Dazu gehört ganz explizit auch, dass Mensen und Bibliotheken offen bleiben," so die Gewerkschafterin weiter.

Zahl der Studienanfänger*innen in NRW sinkt weiter

Das Ministerium berichtet auch, dass die Studierendenzahlen zuletzt deutlich zurückgegangen sind. Dazu Çelik: „Wer Studierende in der Corona-Krise alleine lässt, darf sich nicht wundern, wenn das Studium für viele junge Menschen unattraktiver wird und weniger Menschen ein Studium aufnehmen. Zugleich erleben wir deutlich, dass sich viele Studienwillige ein Studium unter den aktuellen Bedingungen nicht leisten können, denn ein Nebenjob reicht oftmals nicht mehr, um die Miete, Lebensmittel und Fachliteratur zu zahlen. Es ist ein Gebot der Chancengleichheit, dass die Politik nachsteuert und die Studierenden in der jetzigen Situation entlastet. Eine Möglichkeit wäre, die Landesregierung würde die vom Bund finanzierte Einmalzahlung aufstocken.“


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