Deutscher Gewerkschaftsbund

10.03.2020

Nachwuchsgewinnung im öffentlichen Dienst – Vorbereitungsdienst besser bezahlen!

Der neue Anwärterbezügereport 2020 des DGB zeigt es: in NRW ist bei der Bezahlung des Beamt*innennachwuchses im Vergleich mit anderen Bundesländern und dem Bund noch Luft nach oben. Gerade in Zeiten, in denen der öffentliche Dienst händeringend Nachwuchs sucht, muss sich NRW als Dienstherr bei der Bezahlung attraktiver aufstellen.

Bei den Anwärtergrundbeträgen A 5 bis A 8 (15.597,36 € brutto jährlich) und A 9 bis A 11 (16.268,16 € brutto jährlich) zahlt NRW etwas überdurchschnittlich (A 5-A 8: Ø 15.409,02 € brutto jährlich / A 9-A 12: Ø 16.185,01 € brutto jährlich). Damit liegt NRW im Ranking auf Platz 5 bei der Bezügegruppe A 5 bis A 8 und auf Platz 6 bei der Bezügegruppe A 9 bis A 11. In der Bezügegruppe A 5 bis A 8 zahlen Brandenburg, Bayern, Bremen und Sachsen-Anhalt mehr. In der Bezügegruppe A 9 bis A 11 liegen Brandenburg, der Bund, Bayern, Schleswig-Holstein und Sachsens-Anhalt bei der Bezahlung vor NRW.

Um an Spitzenreiter Bayern in A 5 bis A 8 mit 16.736,07 € brutto jährlich heranzukommen, fehlen NRW-Anwärtern rund 100 € im Monat. Der Spitzenreiter Bund in der Bezügegruppe A 9 bis A 11 mit 17.765,36 € brutto jährlich zahlt seinen Anwärtern rund 125 € monatlich mehr als NRW.

In der Bezügegruppe A 12 liegt NRW auf Platz 7 mit 18.004,44 € und zahlt damit auch hier mehr als der Durchschnitt (Ø 17.816,37 €). NRW zahlt aber weniger als die Länder Brandenburg, Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und der Bund. Beim Spitzenreiter Bayern erhalten Anwärter*innen 6,6 Prozent (1.189,21 € brutto jährlich) mehr als ihre Kolleg*innen in NRW.

Bei den Anwärterbezügen in der höheren Bezügegruppe A 13 (mit 18.399,36 €) und A 13 Z (mit 18.832,08 €) zahlt NRW auf Platz 7 im Ranking sogar unterdurchschnittlich ( A 13: Ø 18.697,11 € / A 13Z: Ø 19.082,10 €). Auch hier zahlen die Länder Brandenburg, Bayern, Hessen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und der Bund mehr. Der Spitzenreiter Bund zahlt bei A 13 seinem Nachwuchs sogar über 42 Prozent (7.845,20 € brutto) mehr im Jahr und bei A 13 Z über 40 Prozent (7412,48 € brutto) mehr im Jahr als NRW.

Bei Lehrerinnen und Lehrern kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: NRW weigert sich bisher, alle Lehrkräfte mit universitärem Master und zweitem Staatsexamen mit A 13 im Eingangsamt zu besolden, so wie es für andere Akademiker im öffentlichen Dienst üblich ist. Lehrkräfte an Grund-, Haupt-  und Realschulen sind nur der Besoldungsgruppe A 12 im Eingangsamt zugewiesen. Danach richten sich dann auch ihre Anwärterbezüge.

Weitere Informationen und den Report gibt es hier.


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