Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 015 - 17.02.2011

Gemeinsame Pressemitteilung von GEW NRW und DGB NRW

Über 1.000 Teilnehmer diskutieren auf größtem deutschen Bildungskongress

 

„Bochumer Memorandum" an Ministerpräsidentin Kraft überreicht

 

Zur Sicherung der wirtschaftlichen und sozialen Zukunft Nordrhein-Westfalens brauchen wir eine bildungspolitische Wende. Dies ist die zentrale Botschaft des ersten Tages des „Bochumer Kongresses" von DGB NRW, GEW NRW und der Ruhr-Universität Bochum. Über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind auf dem größten deutschen Bildungskongress 2011 zusammengekommen, um zwei Tage lang über ein besseres Bildungssystem für NRW zu diskutieren und neue Ideen für die eigene praktische Arbeit zu bekommen. „Wir können unseren gesellschaftlichen Wohlstand und ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit nur aufrecht erhalten, wenn wir größere Anstrengungen und höhere Investitionen im Bildungssektor verwirklichen", erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW. „Es ist alarmierend, dass viele OECD-Länder uns im Bildungsbereich überholt haben."

 

Um die bildungspolitische Wende einzuleiten, haben zahlreiche WissenschaftlerInnen und GewerkschafterInnen das „Bochumer Memorandum 2011" erarbeitet. Es formuliert zehn evaluierbare bildungspolitische Ziele, die es bis 2015 zu erreichen gilt. Das Memorandum wurde heute in Bochum an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreicht. „Um zukunftsfähig zu sein, müssen wir zum Beispiel den Zusammenhang von Bildungschancen und sozialer Herkunft endlich aufbrechen", erläutert Prof. Gabriele Bellenberg, Mitverfasserin des Bochumer Memorandums von der Ruhr-Universität Bochum. „Darüber hinaus müssen wir den Übergang von der Schule in Ausbildung und Arbeit deutlich optimieren." Weitere Ziele des Memorandums sind die Verbesserung der Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund und die Einführung eines inklusiven Bildungssystems. Gesteigert werden soll die Anzahl der SchülerInnen mit einem mittleren Schulabschluss ebenso wie die Studienabschlussquote.

 

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erklärte in ihrer Rede, Bildungspolitik sei Investitionspolitik. „Darum bin ich auch sicher, dass wir unseren Investitionsbegriff erneuern müssen", so Kraft. Sie begrüßte den zielorientierten Vorstoß des „Bochumer Memorandums" und dessen Ausrichtung auf mehr Chancengleichheit. „Wir brauchen eine nochmals verstärkte und durchaus verschärfte Bildungsdiskussion unter der Überschrift einer vorbeugenden Bildungs- und Sozialpolitik. Sonst sitzen wir in fünf, zehn oder zwanzig Jahren wieder da und beklagen die viel zu große Zahl der jungen Menschen, die in unserem Bildungssystem abgehängt werden", sagte Kraft.

 

„Wir stimmen mit der Ministerpräsidentin überein, dass künftig mehr Geld für Bildung zur Verfügung stehen muss", kommentiert Dorothea Schäfer, Vorsitzende der GEW NRW. „Dieses Ziel muss schnellstmöglich umgesetzt werden." Die rot-grüne Koalition in NRW habe sich im Koalitionsvertrag vorgenommen, dass bis 2015 10 Prozent des BIP in Bildung investiert werden. „Wir nehmen die Regierung Kraft beim Wort", so Schäfer.

 

 

Weitere Informationen zum Bochumer Kongress

 

Der „Bochumer Kongress" findet am 17. u. 18. Februar 2011 in der Ruhr-Universität statt. Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen mit ExpertInnen aus Politik, Wissenschaft, Gewerkschaften und Praxis umfasst die Veranstaltung Foren und Werkstätten zu unterschiedlichsten Bildungsthemen. Den Abschluss der Veranstaltung bildet eine Podiumsrunde am Freitagnachmittag, in der ExpertInnen die Thesen und Ziele des Memorandums diskutieren.

Der „Bochumer Kongress" ist prominent besetzt. So sind am heutigen Donnerstag u.a. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Prof. Jutta Allmendinger zu Gast. Am Freitag erwarten wir Prof. Margot Käßmann, Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung sowie Guntram Schneider, Minister für Arbeit, Integration und Soziales. Veranstalter sind die Ruhr-Universität Bochum, die GEW, sowie der DGB NRW. Die Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission unterstreicht die bildungspolitische Bedeutung des Kongresses. Kooperationspartner sind die IG Metall NRW, der IG BCE Landesbezirk Nordrhein, das Institut Arbeit und Technik Gelsenkirchen sowie die Evangelische Akademie Villigst.

 

Das Programm des „Bochumer Kongresses" und das „Bochumer Memorandum" können Sie hier herunterladen: www.zukunftbildung.de


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