Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 018 - 24.02.2011

DGB NRW: Aktionstag Leiharbeit: Für faire und sichere Arbeit

Rund 600 Aktionen finden heute in Nordrhein-Westfalen gegen Lohndumping und für faire und sichere Arbeit statt. Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB Nordrhein-Westfalen, sprach um 9.00 Uhr auf einer Kundgebung vor den Beschäftigten aus dem Düsseldorfer Daimler-Sprinter Werk. „In keinem anderen Land der EU sind die Lohnunterschiede zwischen Leiharbeitern und Stammbelegschaft so hoch wie in Deutschland", sagte Meyer-Lauber. „Mit dem Aktionstag Leiharbeit zeigen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften Flagge für das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag." In den Hartz-Verhandlungen hätte die Bundesregierung die Chance gehabt, endlich für equal pay in der Leiharbeit zu sorgen. „Es ist ein Skandal, dass die schwarz-gelbe Koalition, vor allem die FDP, die Gleichbezahlung von Leiharbeitskräften verhindert hat", so der DGB-Landesvorsitzende.

Leiharbeiter verdienen deutlich schlechter

Auch in Nordrhein-Westfalen werden Leiharbeiter deutlich schlechter bezahlt als andere Be­schäftigte. Das hat eine aktuelle Sonderauswertung der BA-Statistik zu den Bruttoverdiensten für Leiharbeitskräfte ergeben. „Die finanzielle Lage der Leiharbeitskräfte ist noch weitaus schlechter als wir befürchtet hatten", so Meyer-Lauber. „Auch bei uns können viele nicht von ihrem Gehalt leben, obwohl sie Vollzeit arbeiten. Leiharbeit ist ein ausgeprägter Niedriglohnsektor, bei dem der Staat häufig Lohndumping über Hartz IV oder andere Sozialleistungen subventionieren muss."

Im Bereich der nordrhein-westfälischen Regionsdirektion der Bundesagentur für Arbeit haben vollzeitbeschäftigte Leiharbeitskräfte Ende 2009 im Schnitt nur 1.476 Euro brutto im Monat verdient. Dies sind gut 1.334 Euro weniger als Vollzeitbeschäftigte in Nordrhein-Westfalen insgesamt durchschnittlich bekamen. 28 Prozent dieser Leiharbeitskräfte verdienten dabei weniger als 1.200 Euro brutto monatlich, 24 Prozent kamen nur auf ein Bruttoeinkommen von 1.200 bis 1.500 Euro.

„Aber nicht nur für die Betroffenen selbst und für die Staatskasse ist der Missbrauch von Leiharbeit problematisch", sagte Meyer-Lauber. „Unternehmen, die im harten Wettbewerb um Qualität und Innovation bestehen wollen, brauchen motivierte, qualifizierte und engagierte Mitarbeiter. Das ist nur durch gute Arbeit möglich. Leiharbeiter haben aber in der Regel keine Beschäftigungssicherheit, keinen Zugang zu Weiterbildung und keine Mitbestimmungsrechte in dem Betrieb, in dem sie eingesetzt sind. Durch eine Flexibilisierung um jeden Preis schneiden sich Arbeitgeber ins eigene Fleisch und bringen sich selbst um ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit mit hochwertigen Produkten und Dienstleistungen. "

Hier den Aufruf zum Aktionstag Leiharbeit lesen: 


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