Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 16.04.2015

Ausbildungsmarkt: DGB NRW fordert Umdenken bei der Bewerberauswahl

Der nordrhein-westfälische DGB-Vorsitzende Andreas Meyer-Lauber zeigt sich besorgt über die negative Bilanz am NRW-Ausbildungs­markt.

Jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamts sehen das bevölkerungsreichste Bundesland als Schlusslicht bei der Ausbildung: Im Jahr 2014 wurden hier nur noch 115.300 Ausbildungsverträge abgeschlossen – ein Rückgang von vier Prozent (4600 Verträge) gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig bleiben Jahr für Jahr etwa 20 Prozent der Jugendlichen dauerhaft ohne jede Berufsausbildung.

60 Prozent der Ausbildungsstellen nicht für Hauptschul-Absolventen offen

"Die Klagen der Arbeitgeber über fehlende Bewerberinnen und Bewerber lenken von den wahren Problemen ab, wie die Zahlen zeigen", so Meyer-Lauber. Viele Betriebe grenzten Jugendliche mit Hauptschulabschluss schon aus dem Bewerbungsverfahren aus: Nach einer DGB-Expertise stehen über 60 Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen Hauptschulabsolventen nicht offen; hier wird mindestens ein Realschulabschluss erwartet. Jugendliche ohne Schulabschluss sind völlig außen vor.

Handlungsbedarf auch bei Auswahlverfahren: "Die Zeiten der Bestenauslese sind vorbei!"

Der DGB erwartet, dass die Arbeitgeber nun Farbe bekennen: "Wir fordern endlich verbindliche Zusagen, die eine Trendwende erkennen lassen. NRW braucht eine deutliche Steigerung des Angebots von Ausbildungsplätzen. Handlungsbedarf sehen wir auch bei den Auswahlverfahren in den Unternehmen – die Zeiten der Bestenauslese sind vorbei!", sagte der DGB-Vorsitzende.

Bis Ende Mai sollen im Ausbildungskonsens NRW erste Prognosen vorgelegt werden, im welchem Umfang die abgeschlossenen Ausbildungsverträge in diesem Jahr steigen sollen.


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