Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 27.04.2020

1. Mai in Zeiten von Corona: Starkes Zeichen für mehr Solidarität

„Solidarisch ist man nicht alleine.“ Das diesjährige 1. Mai-Motto trifft gerade in der aktuellen Krise den Kern. „Die Mehrheit der Menschen zeigt sich aktuell unglaublich solidarisch: Sie halten Abstandsgebote ein, verzichten auf viel und helfen sich untereinander. Und auch die großen Hilfsprogramme zeigen, wie wichtig ein starker und solidarischer Staat ist. Das macht Mut, aber jetzt müssen die Weichen weiter in Richtung Solidarität gestellt werden. Es darf nicht übersehen werden: Die Krise verschärft bestehende soziale Ungleichheiten“, sagte Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, heute im Rahmen einer Video-Pressekonferenz.

Schon vor einigen Wochen hat der DGB die Entscheidung getroffen, dass es keine Kundgebungen und Demonstrationen zum Tag der Arbeit geben wird. Auch für die Gewerkschaften gilt: Mit Anstand Abstand halten. „Deshalb bringt der DGB die Stärke der Gewerkschaften, die vor Ort und in den Betrieben wirksam wird, bundesweit in einem digitalen Programm zusammen“, so Weber. Am Tag der Arbeit und den Tagen davor gibt es vom Münsterland bis nach Euskirchen kreative Online-Aktionen: Filme, Musikstücke, Mitmach-Aktionen, Statements, Kabarett-Performance und vieles mehr: Ob ein digital-vernetzter Chor mit Arbeiterliedern aus Ostwestfalen-Lippe, ein Podcast aus Düsseldorf, Banneraktionen in Dortmund oder eine eigene Mai-Sendung in der Region Köln-Bonn. Viele dieser Highlights und weitere 1. Mai-Beiträge, beispielsweise von den demokratischen Parteien in NRW, werden sich am kommenden Freitag gebündelt auf der Webseite und dem Facebook-Kanal des DGB NRW wiederfinden.

Höhepunkt wird die große, bundeszentrale Livesendung zum 1. Mai sein: Künstlerinnen und Künstler, Prominente, Talks, Mitmach-Aktionen und ein großer Rundblick durch die Bundesrepublik zeigen von 11-14 Uhr , wie bunt und vielfältig der 1. Mai in diesem Jahr trotz Corona ist. Dabei kommen alle Branchen, Gewerkschaften und Bundesländer zu Wort. Durch die Sendung wird u. a. Katrin Bauerfeind führen; Pop-Acts wie Mia, Konstantin Wecker oder die Singer-Songwriterin Sarah Lesch bringen den Tag der Arbeit zum Klingen.

Der DGB fordert zum 1. Mai konsequenter gegen soziale Schieflagen vorzugehen: „Die Hauptlast tragen aktuell Menschen in Berufen, die nicht angemessen bezahlt werden und deren harte Arbeit kaum Wertschätzung erfährt. Lockerungen von Arbeitsschutzbestimmungen wie bei der Arbeitszeit sind ein Schlag ins Gesicht dieser Menschen.“ Für die, die derzeit weniger oder nicht arbeiten, gelte es weiterhin, das Kurzarbeitergeld aufzustocken. Hier seien die Unternehmen gefordert, denn sonst landeten viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Jobcenter mit Hartz IV. „Da muss auch die Landeregierung aus ihrem großen Hilfstopf mit einem ‚Sonderfond Kurzarbeitergeld Plus‘ unterstützen“, betont die Gewerkschafterin und verweist auf weitere soziale Schieflagen, z. B. im Bildungsbereich. Die aktuelle Schulpolitik der Landesregierung verschärfe die entstandenen Ungleichheiten noch. Auch die Auszubildenden dürften jetzt nicht allein gelassen werden. Nötig sei ein Bündel an Maßnahmen, das beitrage, die soziale Lage der Azubis abzusichern, sicherstelle, dass die Ausbildung trotz Insolvenzen abgeschlossen werden könne und ausreichend Ausbildungskapazitäten für das neue Ausbildungsjahr erschließe. „Jeder investierte Euro in Ausbildung rechnet sich“, betont Weber.


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