Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 07.03.2019

DGB NRW: Frauen an die (Hälfte der) Macht!

Frauenanteil in den Landesregierungen von Saarland, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Thüringen

So wenige Frauen sitzen im NRW-Landtag. Mehr Grafiken im Flyer "Frauen an die (Hälfte der) Macht" DGB NRW/Hansen Kommunikation

Zum morgigen Internationalen Frauentag erklärt Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW:

"Nach wie vor dominieren Männer die Spitzen von Politik und Verwaltung. Das gilt auch für Nordrhein-Westfalen: Im Landeskabinett sind nur vier der 13 Mitglieder Frauen, der Frauenanteil in unserem Landesparlament liegt bei nur 27 Prozent und unter den Bürgermeistern, Oberbürgermeistern und Landräten sind gerade einmal 11 Prozent weiblich. Dabei sollte doch eigentlich klar sein: Die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich, deshalb gehört ihnen auch die Hälfte der Macht!

Die Gründe für die Ungleichheit sind vielfältig: Noch immer haben Frauen schlechtere Aufstiegschancen, die gläserne Decke existiert nach wie vor. Trotz überdurchschnittlicher Bildungsabschlüsse erhalten Frauen seltener Spitzennoten als ihre männlichen Kollegen und werden seltener befördert. Sie erledigen zudem einen Großteil der Familienarbeit zu Hause – natürlich unbezahlt – und gehen daher weniger Stunden als ihre Partner einer Erwerbsarbeit nach. Und Führen in Teilzeit passt in vielen Köpfen leider noch nicht zusammen.

Die DGB-Gewerkschaften machen sich dafür stark, dass Frauen endlich paritätisch regieren, gestalten und mitmischen! Um das zu verwirklichen, brauchen wir erstens eine Reform des Wahlrechts: Damit Frauen angemessen in den Parlamenten vertreten sind, müssen die Parteien mehr Frauen zur Wahl aufstellen. Zweitens muss die Haus-und Erwerbsarbeit zwischen den Geschlechtern gerechter verteilt werden, damit Frauen die Möglichkeit bekommen, mehr Stunden in ihrem Beruf zu arbeiten. Um Beruf und Familie besser vereinbaren können, brauchen wir drittens neue Arbeitszeitmodelle und mehr Arbeitszeitsouveränität für die Beschäftigten. Zudem muss viertens die Betreuungssituation in Kitas und Schulen ausgebaut und verbessert werden. Und fünftens erwarten wir von der Landesregierung eine ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie. Nur so können Frauen und Männer gleiche Aufstiegschancen im öffentlichen Dienst bekommen."

Die DGB-Frauen in NRW haben anlässlich des Internationalen Frauentages einen Flyer herausgegeben, der zeigt, wie es mit der Verteilung der Macht in Politik und Verwaltung in NRW bestellt ist:


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