Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 055 - 30.06.2011

DGB NRW: Bundesregierung setzt bei Arbeitsmarktreform auf das falsche Pferd

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen für NRW erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW:

„Es ist erfreulich, dass die Arbeitslosigkeit in NRW weiter gesunken ist. 720.719 Frauen und Männer waren im Juni ohne Beschäftigung, 12.139 Personen weniger als im Vormonat. Vor lauter Euphorie darf die Politik jetzt aber nicht die Hände in den Schoß legen. Denn fest steht: 720.719 Arbeitslose sind immer noch 720.719 Arbeitslose zu viel.

In Anbetracht eines drohenden Mangels an qualifizierten Fachkräften müssen jetzt die Weichen für mehr berufliche Aus- und Weiterbildung von Arbeitslosen gestellt werden. Leider ist das Gegenteil der Fall. Die Reform der arbeitsmarktpolitischen Instrumente wird zu wesentlich schlechteren Bedingungen für Menschen ohne Beschäftigung führen. Der Etat der Bundesagentur für Arbeit soll von 2012 bis 2014 um rund 8,5 Mrd. Euro gekürzt werden.

Ohne Zweifel gibt es in der Arbeitsmarktpolitik dringenden Reformbedarf. Die Bundesregierung setzt aber auf das falsche Pferd. Statt zu kürzen sollte sie dafür sorgen, dass Arbeitslose die bestmögliche Unterstützung erhalten, um auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Zudem muss die Regierung Merkel endlich ernsthaft gegen prekäre Beschäftigung und Lohndumping vorgehen. Dafür wäre die Einführung eines flächendeckenden allgemeinen Mindestlohns von 8,50 Euro und die gesetzliche Verankerung gleicher Bezahlung bei gleicher Arbeit der richtige Weg.“


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Datei
Arbeitsmarkt Aktuell März 2020 (bis 12.3.)
Eine stabile Datenbasis zu den tatsächlich Kurzarbeitenden liegt noch nicht vor (unten aufgeführte Daten sind vom 12. März). Doch die Zahl der Menschen, die in NRW aktuell verkürzt arbeiten wird deutlich höher liegen als bei der Finanzkrise 2008 und 2009. Während Unternehmen gerettet werden, fallen Beschäftigte auf Hartz IV zurück. Wir brauchen daher einen Sonderfonds „Kurzarbeitergeld Plus“ innerhalb des NRW-Rettungsschirms: Unternehmen müssten motiviert und unterstützt werden, das Kurzarbeitergeld auf mindestens 80 % aufzustocken. weiterlesen …
Datei
Arbeitsmarkt Aktuell Dezember 2019
Arbeitslosigkeit steigt leicht. Leiharbeit geht zurück. Die Zahlen bei Kurzarbeit sind noch niedrig. Einige Branchen klagen aber über Unsicherheiten. Jetzt brauchen wir eine Kultur der Weiterbildung und Qualifizierung in NRW. Mit einem Qualifizierungsgeld kann Weiterbildung attraktiver gemacht werden. Vielfach können offenen Stellen nicht besetzt werden. Hier sind Arbeitgeber und Arbeitsverwaltungen gefordert mehr Angebote zu machen. weiterlesen …

Social Media

DGB NRW bei Facebook DGB NRW auf Twitter folgen