Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 03.02.2021

Landesregierung muss jetzt die Kurve kriegen – Gespräche zur Steigerung der Attraktivität des Öffentlichen Dienstes drohen sonst zu scheitern

„Der DGB befürchtet, dass die Gespräche zur Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes scheitern. Wir haben deshalb gemeinsam mit dem DBB NRW Ministerpräsident Laschet und den stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Stamp angeschrieben und um ein zeitnahes Spitzengespräch gebeten“, sagt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW.

„Die Gespräche unter Leitung von Ministerpräsident Laschet und dem stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Stamp hatten im Mai 2020 gut begonnen; die Landesregierung hatte mit konkreten Verabredungen auch ihre Wertschätzung für die Beschäftigten zum Ausdruck gebracht. Die daran anschließenden weiteren Gespräche mit Vertretern der Landesregierung in Arbeitsgruppen haben jedoch zu keinen zielführenden Ergebnissen geführt“, so die Gewerkschafterin. „Im Gegenteil: Statt wie von den Gewerkschaften gefordert einen Fahrplan zur längst überfälligen Rückführung der überlangen Wochenarbeitszeit zu entwickeln, plant die Landesregierung nun auch noch eine freiwillige Erhöhung der Wochenarbeitszeit um weitere drei Stunden auf 44 Wochenstunden. In Anbetracht der massiven Personalnot in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes ist dann davon auszugehen, dass der Druck auf viele Beschäftigte groß wird, von dieser Regelung Gebrauch zu machen. Der Vorschlag der Landesregierung dient daher in erste Linie dem Dienstherrn dazu, bei dem derzeit bestehenden eklatanten Personalmangel die Arbeit besser bewältigen zu können. Neue Bewerber wird das nicht anlocken“, betont Weber.

„Über 17.000 unbesetzte Stellen im Land zeigen den Handlungsdarf“, unterstreicht die DGB NRW-Vorsitzende. „Wir sind weiter an einer konstruktiven Lösung interessiert und haben in den Arbeitsgruppen viele Vorschläge zur Verbesserung im Sinne der Beschäftigten und damit auch zur Attraktivitätssteigerung gemacht. Jetzt ist die Landesregierung am Zug. Sie muss nun schnell die Kurve kriegen und in einem zeitnahen Spitzengespräch echte Verbesserungen zur Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes auf den Tisch legen, damit noch in dieser Legislaturperiode konkrete Verbesserung eingeleitet werden können.“


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
DGB-Initiative: Rheinbahn wirbt für mehr Respekt für Beschäftigte im Dienste der Allgemeinheit
„Ich bringe dich sicher ans Ziel – und du nennst mich Wichser?“ Mit diesen und ähnlichen Plakatmotiven, einer Beschäftigtenbefragung und vielen Aktionen rückt die DGB-Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ Gewalt und Herabsetzung gegenüber jenen in den Mittelpunkt, die im Dienste der Gesellschaft arbeiten. Im Rahmen dessen wird ab dem 13. November eine Stadtbahn der Rheinbahn mit den Motiven der Initiative durch Düsseldorf und Umgebung fahren. Zur Pressemeldung
Artikel
Steigerung der Attraktivität des öffentlichen Dienstes – Attraktive Arbeitszeiten gehören für uns oben auf die Agenda
In einem ersten konstruktiven Arbeitsgruppentreffen haben sich heute Vertreter*innen der DGB-Gewerkschaften und der Landesregierung u.a. zu den Themen Reduzierung der Wochenarbeitszeit, Langzeitarbeitskonten sowie Verfallschutz von Mehrarbeit und Überstunden ausgetauscht. Die Arbeitsgruppe ist eine von drei, die im Nachgang zu den Besoldungsgesprächen mit der Landesregierung vereinbart wurden. weiterlesen …

Social Media

DGB NRW bei Facebook DGB NRW auf Twitter folgen