Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 24.11.2022

DGB NRW zum Tag gegen Gewalt an Frauen: NRW-Bundestagsabgeordnete müssen sich für ILO-Konvention einsetzen

„Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter“, erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, der am morgigen Freitag stattfindet. „Zuerst denken wir natürlich an die mutigen Frauen im Iran, die auf die Straße gehen und für ihre Rechte kämpfen – und das, obwohl es für sie lebensgefährlich ist. Dieser Mut verdient unsere Unterstützung und unseren tiefen Respekt.“ Obwohl die Situation der Iranerinnen nicht mit der in Deutschland vergleichbar sei, müsse man immer wieder darauf hinweisen: „Auch hierzulande sind Gewalt und Belästigungen gegenüber Frauen keine Ausnahme. Jede dritte Frau in Deutschland erlebt physische oder sexualisierte Gewalt. Das dürfen wir nicht länger zulassen.“

Dabei seien potenziell alle Lebensbereiche betroffen, so Weber weiter, auch der Arbeitsplatz. „Von sexistischen Witzen und anzüglichen Bemerkungen über unerwünschte E-Mails, Fotos oder Videos mit sexuellem Bezug bis hin zu unerwünschten körperlichen Annäherungen oder Berührungen – Viele Frauen erleben unangemessenes und übergriffiges Verhalten durch Kollegen und Vorgesetzte. Der DGB fordert daher die Bundesregierung auf, die von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erarbeitete Konvention 190 gegen sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz endlich zu ratifizieren und umzusetzen.“ Die ILO-Konvention sei ein Meilenstein, weil sie die erste Definition von Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz biete. „Und wir wissen aus dem Arbeitsschutz: Wenn es klare Regeln gibt, die deutlich kommuniziert werden, stehen die Chancen gut, dass sie auch eingehalten werden.“ Um die Unterzeichnung der Konvention voranzutreiben, wurden im Vorfeld des 25. November in mehreren Städten in NRW Rote Karten gegen Sexismus und Gewalt  vom DGB an die jeweiligen Bundestagsabgeordneten übergeben. „Unsere Erfahrung zeigt, dass es viel Zustimmung bei den Bundestagsabgeordneten für unser Anliegen gibt. Jetzt gilt es, aus Worten Taten zu machen und die Konvention tatsächlich zu unterzeichnen“, fordert Weber. „20 Länder haben das Abkommen bereits ratifiziert, u.a. Italien, Griechenland und Spanien. Jetzt ist Deutschland am Zug!“


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