Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 04.01.2020

DGB NRW trauert um starke Stimme der Arbeit und Sozialen Gerechtigkeit

Zum Tod von Guntram Schneider erklärt Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW:

„Mit großer Trauer und Bestürzung nehmen wir Abschied von Guntram Schneider. Er hat sich in vielen Positionen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in NRW verdient gemacht, insbesondere als Vorsitzender des DGB NRW von 2006 bis 2010 und als Minister für Arbeit, Integration und Soziales in NRW.

Guntram Schneider war eine herausragende Persönlichkeit, die den Raum erfüllte. Mit seinem großen historischen Wissen war er ein Vorbild für viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter und verlieh dem Satz „Wissen ist Macht“ stets konkreten Ausdruck.

Er übernahm den Vorsitz des DGB NRW in einer unruhigen Zeit für die Gewerkschaften, als erstmals nach Jahrzehnten in NRW eine schwarz-gelbe Landesregierung gewählt worden war. Als großer Verfechter der Einheitsgewerkschaft, was er immer auch in seiner Arbeit lebte, war er parteiübergreifend anerkannt und verlieh so der Stimme der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Gewicht.

Auf seine Initiative hin wurde unter dem damaligen (und heutigen) Arbeitsminister Laumann das „Sonderprogramm Ausbildung“ realisiert, das 3.000 außerbetriebliche Ausbildungsplätze geschaffen und damit vielen jungen Menschen eine berufliche Perspektive geboten hat. Seine Haltung war stets deutlich: Soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Teilhabe, Tarifautonomie und Mitbestimmung, dafür setzte er sich ein. Scharf kritisierte er die Einschnitte der Rüttgers-Regierung in die Mitbestimmung im öffentlichen Dienst und erreichte – nach dem Regierungswechsel – die Rücknahme. Der Zugang zu Arbeit und Ausbildung blieb ein zentrales Thema seiner Amtszeit als Arbeits- und Integrationsminister.

In Erinnerung bleiben seine Gradlinigkeit und sein emotionales, unermüdliches Engagement für soziale Gerechtigkeit und Demokratie. Dabei hatte er niemals Angst anzuecken, im Gegenteil: Untertanentum und Kleingeistigkeit gegenüber war er unduldsam. Er war Gewerkschafter durch und durch; das spürten die Menschen, mit denen er sprach. Mit Guntram Schneider ist ein echter Streiter für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von uns gegangen.

Wir werden ihn sehr vermissen und ihm ein ehrendes Andenken erhalten.“


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