Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 061 - 28.07.2011

DGB NRW: Junge Menschen bleiben auf der Strecke

Zu den aktuellen Arbeitsmarktzahlen für Nordrhein-Westfalen erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW:

„Die Zunahme der Arbeitslosigkeit in NRW ist ausschließlich auf den Anstieg bei Arbeitslosen unter 25 Jahren zurückzuführen. Für viele junge Frauen und Männer ist der Tag ihrer Abschlussprüfung zugleich der Einstieg in die Arbeitslosigkeit. Es ist ein Skandal, dass Unternehmen einerseits den Mangel an Fachkräften beklagen, aber andererseits ihren Auszubildenden eine Übernahme verweigern. Die Wirtschaft muss endlich begreifen, dass der Fachkräftebedarf nur gedeckt werden kann, wenn ehemalige Auszubildende eine Chance bekommen und weiter beschäftigt werden. Denn nur durch Berufspraxis können sich junge Menschen zu kompetenten Fachkräften entwickeln.

Um den prognostizierten Fachkräftemangel zu verhindern, muss darüber hinaus ein stärkerer Fokus auf die lebenslange Weiterbildung von Beschäftigten gesetzt werden. Wir brauchen eine Arbeitsmarktpolitik, die stärker vorsorgend aktiv wird und Qualifizierung während des Berufslebens organisiert. Leider steuert die Bundesregierung in die entgegengesetzte Richtung, das schwarz-gelbe „Sparpaket“ wird sich als kontraproduktiv erweisen. Die Kürzungspläne für NRW summieren sich –von 2012 bis 2016 – auf insgesamt 7,34 Mrd. Euro. Vor allem an qualifizierter Aus- und Weiterbildung soll gespart werden. Eine verantwortungsvolle und zukunftstaugliche Arbeitsmarktpolitik sieht anders aus.“


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