Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 17.07.2015
Langzeitarbeitslose ohne Chancen auf dem Arbeitsmarkt

DGB fordert Durchhalteprämie bei Ausbildung

Die Beschäftigungschancen von Langzeitarbeitslosen in NRW haben sich in den letzten Jahren weiter verschlechtert. Trotz guter konjunktureller Entwicklung und Anstiegs sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in NRW bleiben Langzeitarbeitslose die Verlierer auf dem Arbeitsmarkt. Das geht aus einer Analyse des DGB NRW auf Grundlage der Zahlen der Bundesanstalt für Arbeit (BA) hervor.

„Über 60 Prozent der Langzeitarbeitslosen haben keinen Berufsabschluss. Das ist fatal. Gerade Jüngere ohne Berufsabschluss müssen vorrangig in Ausbildung gebracht werden, “ fordert die stellvertretende Bezirksvorsitzende des DGB, Dr. Sabine Graf.

Nach der DGB Auswertung hatten 2013 insgesamt 152.412 Hartz-IV-Empfänger eine reguläre Beschäftigung auf dem Arbeitsmarkt gefunden, darunter aber nur 35.648 Langzeitarbeitslose. Damit hat innerhalb eines Jahres gut jeder Vierte aller arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger (27,6 Prozent) eine neue Stelle gefunden, aber nur 12,1 Prozent aller Langzeitarbeitslosen. „Das ist eine erschütternde Bilanz. Die Erfolge des Hartz-IV-Systems bei der Eingliederung von Langzeitarbeitslosen sind äußerst bescheiden und haben sich in NRW in den letzten Jahren noch verschlechtert“, sagt Graf.

Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, findet ein hoher Anteil Langzeitarbeitsloser nur vorübergehend eine neue Beschäftigung. 23 Prozent sind weniger als einen Monat beschäftigt. Für fast die Hälfte der in den Arbeitsmarkt integrierten Langzeitarbeitslosen endet die Beschäftigung innerhalb der ersten 6 Monate wieder. Der DGB führt das auf die hohe Zahl Geringqualifizierter unter den Arbeitslosen zurück.

„Es ist die große Ausnahme, wenn langjährig arbeitslose Menschen festen Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen. Die Eingliederungschancen von Langzeitarbeitslosen haben sich in den letzten Jahren sichtbar verschlechtert. Nur durch mehr Ausbildung und Qualifizierung kann diesen Menschen geholfen werden. Eine Prämie zum Durchhalten der zwei bis dreijährigen Ausbildung kann ein wirksamer Anreiz für eine spätere Vermittlung in Arbeit sein“, so Dr. Sabine Graf.

 


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