Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 013 - 07.03.2012

DGB-NRW: Internationaler Frauentag 2012

Gleichstellung am Arbeitsmarkt umsetzen! Kita-Ausbau statt Betreuungsgeld!

Zum 101. Internationalen Frauentag erklärt Sabine Graf, stellvertretende DGB-Vorsitzende NRW:

„Unter dem Motto „Heute für morgen Zeichen setzen“ finden zum Internationalen Frauentag 2012 zahlreiche Veranstaltungen in NRW statt, darunter Vorträge, Podiumsdiskussionen, Infobörsen, Kabaretts, Ausstellungen und Filme. Denn auch wenn der Frauentag bereits 101 Jahre alt ist, gibt es aber immer noch viel zu tun. Nach wie vor lässt die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau an vielen Stellen zu wünschen übrig.

So wollen und brauchen wir kein Betreuungsgeld für Eltern, die ihr Kind nicht in den Kindergarten schicken. Es ist falsch Frauen zu signalisieren, dass sie besser zu Hause bleiben als einer beruflichen Beschäftigung nachzugehen. Die Konsequenzen einer solchen Politik sind finanzielle Anhängigkeit vom Ehemann und eine verschwindend geringe Rente.  Die für das Betreuungsgeld veranschlagten rund zwei Milliarden Euro wären beim Krippenausbau besser angelegt.

Mit einer Ausbauquote von rund 15 % der Plätze für Kinder unter 3 Jahren ist NRW weiterhin das Schlusslicht in der Bundesrepublik. Es ist unbedingt notwendig, dass Bund, Länder und Kommunen endlich zusammenarbeiten, um den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz ab August 2013 garantieren zu können. Das wechselseitige Zuschieben von Verantwortlichkeiten muss zugunsten einer konstruktiven und zielgerichteten Zusammenarbeit auf allen Ebenen beendet werden.

Bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und Hilfen für pflegebedürftige Angehörige sind notwendig, damit Beruf und Familie besser vereinbar sind und die Gleichstellung von Frauen und Männern voran kommt.

Außerdem fordern wir die Überwindung der Entgeltlücke. Frauen verdienen auch im Jahr 2012 im Schnitt immer noch 23 Prozent weniger als Männer. Damit haben wir in Deutschland europaweit den höchsten Einkommensunterschied. Der Skandal nimmt früh seinen Lauf. Bereits Berufeinsteigerinnen bekommen weniger als ihre Kollegen. Der Unterschied vergrößert sich im Verlauf des Berufslebens. Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ wartet seit vielen Jahren auf seine Umsetzung.

Deshalb fordern wir alle Frauen auf: Nutzt die zahlreichen Veranstaltungen rund um den 8. März und zeigt Flagge für die Rechte der Frauen! Nur so können wir gemeinsam unseren berechtigten Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine vernehmbare Stimme verleihen.“


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Aufruf zum Internationalen Frauentag 2019
Am 26. Mai wird das neue Europäische Parlament gewählt. Wir Frauen im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) rufen alle Wahlberechtigten auf, mit ihrer Stimme die demokratischen Kräfte in Europa zu stärken. weiterlesen …
Pressemeldung
Sabine Graf: Bericht von Ministerin Scharrenbach enttäuschend
Der gestern im Ausschuss für Gleichstellung und Frauen mit der verantwortlichen Ministerin Scharrenbach diskutierte Sachstandsbericht zur Evaluation der Beurteilungsrichtlinien ist eine Enttäuschung. Der Frauenanteil nimmt mit steigender Besoldungsgruppe deutlich ab und trotz überdurchschnittlicher Bildungsabschlüsse erhalten Frauen seltener Spitzennoten als ihre männlichen Kollegen. Zur Pressemeldung

Social Media

DGB NRW bei Facebook DGB NRW auf Twitter folgen