Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 06.03.2020

Internationaler Frauentag: Tarifverträge unterstützen Gleichstellung

„Höhere Gehälter, Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bessere Arbeitszeitregelungen – Tarifverträge setzen Standards für alle.  Besonders für Frauen lohnen sie sich in mehrfacher Hinsicht“, betont Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, zum Internationalen Frauentag am kommenden Sonntag. Zwischen Frauen und Männern klafft in Deutschland eine durchschnittliche Lohnlücke von 21 Prozent. Dort, wo Tarifverträge gelten, ist diese Lücke um ganze zehn Prozentpunkte kleiner. „Die Gewerkschaften in NRW unterstreichen deshalb am 8. März die besondere Bedeutung der Tarifbindung. Wir fordern: Gleiches Gehalt für Männer und Frauen – dazu tragen Tarifverträge bei“, so Weber.

Für die Lohnlücke von 21 Prozent gibt es viele Ursachen: Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in Teilzeit und in vergleichsweise schlecht bezahlten Berufen, sie haben seltener Führungspositionen inne – und sie übernehmen nach wie vor den Großteil der unbezahlten Haus- und Sorgearbeit. „Es muss sich grundlegend etwas ändern. Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen, um die Haus- und Sorgearbeit besser zwischen Männern und Frauen verteilen zu können. Dazu gehört mehr Tarifbindung, gerade in den Branchen, in denen überwiegend Frauen arbeiten“, sagt die DGB NRW-Vorsitzende. Denn Tarifverträge drängen prekäre Beschäftigung zurück, sorgen für faire Arbeitszeiten und bieten den Beschäftigten größere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung – im Erwerbsleben und im Alter.  In tarifgebundenen Betrieben gibt es häufiger Arbeitszeitmodelle, die Frauen und Männern die gleiche Teilhabe am Erwerbsleben ermöglichen – und einen Betriebsrat, der sich für deren Umsetzung stark macht. „Nur so erhalten Frauen den gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit“, betont Anja Weber.


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