Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 074 - 12.10.2011

DGB NRW: Mehr Ausbildung ist einer von vielen notwendigen Schritten in der Pflege

Zur öffentlichen Anhörung über das "Gesetz zur Änderung des Landesaltenpflegegesetzes" erklärt Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW:

„Wir stehen in Nordrhein-Westfalen vor einem dramatischen Mangel an Pflegekräften. Während die Zahl der pflegebedürftigen Menschen stetig steigt, sinkt die Zahl der ausgebildeten Pflegekräfte von Jahr zu Jahr. Schon heute fehlen rund 2.500 Beschäftigte in diesem Beruf.

Vor diesem Hintergrund ist die geplante Rechtsverordnung, nach der ab Januar 2012 alle Pflegeein­richtungen in Nordrhein-Westfalen entsprechend ihrer Größe in einen Ausbildungsfonds einzahlen sollen, ein Schritt in die richtige Richtung. Wer ausbildet, soll künftig die Ausbildungsvergütung vollständig aus dem Fonds erstattet bekommen. Dadurch wird ein Anreiz für mehr Ausbildung geschaffen und die Situation für Pflegekräfte und Pflegebedürftige kann verbessert werden. Zudem wird der von den Pflegeeinrichtungen und am­bulanten Diensten beklagte Wettbewerbsnachteil ausgeglichen, da künftig die Kosten für Ausbildungsplätze nicht mehr über den Pflegesatz refinanziert werden.

Klar ist aber auch: Höhere Ausbildungszahlen lösen nicht alle in der Pflegebranche vorhandenen Probleme. Die durchschnittliche Verweildauer von ausgebildeten Pflegekräften im Beruf beträgt lediglich acht Jahre, danach verlassen viele den Beruf, weil sie schlicht und einfach überlastet sind. Das ist ein deutliches Alarmsignal, vor dem die Politik nicht Augen und Ohren verschließen darf. Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle, Weiterbildungsmaßnahmen und eine faire, tarifliche Bezahlung müssen auch im Altenpflegebereich endlich eine Selbstverständlichkeit werden.“


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