Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 082 - 08.11.2011

DGB NRW: Sozialticket ist Schritt in die richtige Richtung

Zur heutigen öffentlichen Anhörung zum Sozialticket erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender des DGB NRW:

 

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung die Einführung von Sozialtickets landesweit unterstützt. Sie folgt damit einer langjährigen Forderung des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften. Im Gegensatz zur Vorgängerregierung hat die Regierung Kraft erkannt, dass Mobilität ein Grundrecht ist und daher jeder Bürgerin und jedem Bürger zugänglich gemacht werden muss.

 

Den Ansatz, der jetzt modellhaft umgesetzt wird, sehen wir allerdings auch kritisch. Da sich einige Kommunen nicht an der Einführung des Sozialtickets beteiligen, wird in NRW ein Flickenteppich entstehen, der zu Ungerechtigkeiten zwischen BewohnerInnen verschiedener Städte und Gemeinden führt. Ein Preis von 29,90 Euro im VRR-Bereich ist angesichts eines Verkehrskostenanteils von 18,41 Euro im Hartz-IV-Regelsatz zudem sehr hoch und birgt das Risiko, dass insbesondere potenzielle Neukunden abgeschreckt werden. Leider werden im VRR auch keine 4er-Tickets angeboten, sondern nur Monatskarten.

 

In der Modellphase wird sich zeigen, an welchen Stellen das Sozialticket erfolgreich ist und wo nachgebessert werden muss. Mitentscheidend für die Gewinnung von Neukunden und damit für den Erfolg wird sein, ob es zum Beispiel gelingt, die Ticketausgabe unbürokratisch zu organisieren und die Tickets zielgruppengerecht zu bewerben. Nach Abschluss der Evaluation muss unbedingt geprüft werden, wie bei einer Weiterführung des Sozialtickets ein zielgruppengerechtes Angebot zu günstigeren Konditionen gestaltet werden kann."


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