Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 056 - 07.07.2011

DGB NRW: Kinderarmut endlich aktiv bekämpfen

Zur morgigen Sitzung des Runden Tisches „Hilfe für Kinder in Not“ in der Staatskanzlei NRW erklärt Andreas Meyer-Lauber, Vorsitzender DGB NRW:

„Es ist richtig und wichtig, dass die rot-grüne Landesregierung die Tradition des Runden Tisches „Hilfe für Kinder in Not“ fortsetzt. Etwa jedes vierte Kind in Nordrhein-Westfalen lebt in einem einkommensarmen Elternhaus. Neben materieller Armut leiden die jungen Menschen häufig auch unter Bildungsarmut, schwierigen Wohnverhältnissen, reduzierten Freizeitmöglichkeiten, gesundheitlichen Einschränkungen und letztendlich geringeren gesellschaftlichen Chancen. Gerade Kinder und Jugendliche haben keine Möglichkeit, sich aus eigener Kraft der Armut zu entziehen.

Das von Arbeitsministerin von der Leyen entwickelte Bildungs- und Teilhabepaket ist wenig geeignet diesen Zustand zu ändern. Das Urteil der Karlsruher Richter, welches einen zusätzlichen bildungspolitischen Bedarf für hilfebedürftige, schulpflichtige Kinder feststellt, wurde bisher nicht umgesetzt. Entstanden ist ein bürokratisches Monstrum, das bei den betroffenen Familien nicht ankommt.

Es ist daher umso wichtiger, dass die NRW-Landesregierung alles in ihrer Macht stehende tut, um Kinderarmut aktiv zu bekämpfen. Leider wurde der Fond „Kein Kind ohne Mahlzeit“ in Erwartung an das Bildungspaket zurückgefahren. Das war aus heutiger Sicht ein Fehler, den die Landesregierung wieder rückgängig machen sollte.

Ein Kind, das in sozial schwierige Verhältnisse hineingeboren wird, muss von Anfang an und in jeder Lebensphase Unterstützung erhalten. Von der Betreuung der Mutter in der Schwangerschaft bis zum Berufseinstieg muss sich eine „Präventionskette“ entlang der Biografie von Kindern und Jugendlichen ziehen. Nur so können wir Kinderarmut erfolgreich bekämpfen und dafür sorgen, dass sie nicht an die nachkommende Generation weitervererbt wird.

Wir erwarten von der morgigen Sitzung des Runden Tisches ein deutliches Signal für die Förderung der Netzwerke vor Ort, die sich gegen Kinderarmut engagieren. Um erfolgreich arbeiten zu können, sind sie auf eine bessere Unterstützung und mehr Qualifizierungsangebote angewiesen.“


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