Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 18.11.2020

DGB-Studie: Schlechte Arbeitsbedingungen an NRW-Hochschulen gefährden den Wissenschaftsstandort NRW

„Die Beschäftigten der Hochschulen in NRW stellen ihren Arbeitgebern ein schlechtes Zeugnis aus“, bringt Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB NRW, die Ergebnisse des Hochschulreports auf den Punkt, bei dem 5.500 Beschäftigte in Wissenschaft und Technik/Verwaltung befragt wurden. „Dabei belasten die Beschäftigten vor allem die zu hohe Arbeitsintensität, große Beschäftigungsunsicherheit, mangelnde Entwicklungsmöglichkeiten und zu geringe Einkommen.“

Auch Dietmar Hobler, Wissenschaftler bei SowiTra - Institut für sozialwissenschaftlichen Transfer und Autor der Studie, spricht von einem alarmierenden Befund für den Arbeitsplatz Hochschule in Nordrhein-Westfalen. Ein Beispiel: „Die Befragung ergab, dass gut zwei Drittel der befristet Beschäftigten sich oft oder sehr häufig Sorgen um ihre berufliche Zukunft machen“, so Hobler. „Das zeigt: Gerade im wissenschaftlichen Bereich, wo über 80 Prozent (2018) einen befristeten Arbeitsvertrag haben, ist die Belastung der Beschäftigten dadurch enorm.“ Zudem unterstrichen die Studienergebnisse, dass insbesondere im Bereich der Arbeitsintensität große Probleme bestünden. „Es zeigen sich beispielsweise eine hohe Arbeitsdichte, enormer Zeitdruck, häufige Unterbrechungen bei der Arbeit und miteinander unvereinbare Arbeitsanforderungen.“

„Ohne genug abgesicherte, gut ausgestatteten Beschäftigte in Wissenschaft, Technik und Verwaltung ist gute Forschung und Lehre nicht zu haben“, betont Graf. „In all diesen Bereichen brauchen wir mehr Personal. NRW ist hier seit Jahren Schlusslicht und diese Unterausstattung geht am Ende auf Kosten der Beschäftigten – und auch zu Lasten der Studierenden, die auf gute Lehre und einen funktionierenden Hochschulapparat angewiesen sind. Wenn wir die schlauen Köpfe von morgen ausbilden wollen, wenn wir die anstehenden Herausforderungen meistern wollen und den Innovations- und Wissensstandort NRW ernst meinen, dann müssen wir endlich für gute Arbeitsbedingungen an unseren Hochschulen sorgen. Sonst gerät der Wissenschaftsstandort NRW in Gefahr.“

Hintergrund:

Mit dem Hochschulreport hat der DGB in NRW 5.500 Beschäftigte in Wissenschaft und Technik / Verwaltung befragt. Die Befragung fand vor der Corona-Pandemie vom 23. September bis 7. November 2019 statt.


Ausgewählte Grafiken des Reports zum Download (jpg)

 


Der DGB-Hochschulreport NRW 2020 zum Download (PDF)

Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Bildergalerie
Fotos: Unser 1. Mai 2022 in NRW
Unter dem Motto „Zukunft geMAInsam gestalten!“ begeht der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den Tag der Arbeit – im dritten Jahr der Corona-Pandemie wieder mit Kundgebungen vor Ort auf den Straßen und Plätzen. Um einen Eindruck aus NRW zu erhalten haben wir eine Bildergalerie angelegt. zur Fotostrecke …
Pressemeldung
45.000 Teilnehmer*innen bei Veranstaltungen zum Tag der Arbeit in NRW
Unter dem Motto „GeMAInsam Zukunft gestalten“ haben in Nordrhein-Westfalen rund 45.000 Menschen an insgesamt 56 Demonstrationen und Kundgebungen des DGB teilgenommen. Zwei Wochen vor der Landtagswahl waren heute an mehreren Orten prominente Redner*innen aus der Politik zu Gast, um die Forderungen der Gewerkschaften entgegenzunehmen und mit ihnen zu diskutieren. So sprach zum Beispiel Bundeskanzler Olaf Scholz in Düsseldorf, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in Gelsenkirchen und NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann in Mülheim. Zur Pressemeldung

Social Media

DGB NRW bei Facebook DGB NRW auf Twitter folgen