Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 051 - 11.09.2012

Ausbildungsreport der DGB Jugend NRW: Mängel an Berufskollegs in NRW

Die DGB Jugend NRW hat heute in Düsseldorf ihren Ausbildungsreport 2012 vorgestellt. In Nordrhein-Westfalen wurden über 3.000 Auszubildende gefragt, wie zufrieden sie mit ihrer Ausbildung sind, an welchen Stellen es Verbesserungsbedarf gibt und wie sie in ihrem Ausbildungsbetrieb behandelt werden. Schwerpunktthema ist in diesem Jahr erstmalig die Qualität der Berufskollegs.

„Die Ergebnisse zeigen, dass es zum Teil erhebliche Mängel an den Berufskollegs gibt“, erklärt Anke Unger, Bezirksjugendsekretärin des DGB NRW. „Jeder fünfte Befragte bewertet die fachliche Qualität des Unterrichts als nur ausreichend bis mangelhaft. Und über 50 Prozent der befragten Auszubildenden fühlen sich höchstens befriedigend auf die Abschlussprüfung vorbereitet.“

Wie der Berufsschulunterricht bewertet werde hänge nicht nur vom Lehrer, sondern von mehreren Rahmenbedingungen ab, so Unger weiter. „Viele Auszubildende kritisieren die schlechte Infrastruktur an Berufskollegs. Besonders im gewerblich-technischen Bereich sind Lernwerkstätten oft schlecht ausgestattet, teilweise sind Materialien rar oder Übungsgeräte veraltet. Aber auch die Klassengröße wirkt sich auf die Zufriedenheit mit dem Berufsschulunterricht aus. Der Report zeigt: Umso kleiner die Klasse desto besser wird die Lernatmosphäre beurteilt. Ein weiteres Problem ist der Fachlehrermangel. Zum Beispiel in den Fachrichtungen Maschinentechnik, Elektrotechnik und Fahrzeugtechnik gibt es viel zu wenig Lehrernachwuchs.“

Um diese Missstände zu beheben, müssten drei Maßnahmen umgesetzt werden, sagt Unger. „Erstens muss das Land NRW den Kommunen mehr Mittel für eine bessere Ausstattung der Berufskollegs zur Verfügung stellen. Die Qualität der Ausbildung darf nicht vom Haushaltsbudget der einzelnen Stadt oder Gemeinde abhängig sein. Zweitens muss der Zugang zum Lehrerberuf für beruflich Qualifizierte erleichtert werden. Um mehr praxiserfahrenes Personal an die Berufskollegs zu bekommen, müssen berufsbegleitende Studiengänge angeboten werden. Zudem muss es für Seiteneinsteiger leichter werden, an Universitäten zu studieren. Und drittens muss die Klassengröße dringend auf 25 Schülerinnen und Schüler begrenzt werden.“

Den Ausbildungsreport finden Sie hier: 


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